Bäte: "Ich mache mir sehr große Sorgen wegen Amazon"

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Allianz-Chef Oliver Bäte will im Rahmen der Digitalisierung 50 Prozent der eigenen Mitarbeiter aus- oder umbilden. Die technische Entwicklung werde persönliche Beratung aber nicht ersetzen können - deren Chancen sieht Bäte so groß wie noch nie.

Allianz-Chef Oliver Bäte sprach über die Herausforderungen der Zukunft.

Allianz-Chef Oliver Bäte sprach über die Herausforderungen der Zukunft. Foto: Allianz

Die Anzeichen, dass Amazon sich stärker dem Versicherungsgeschäft zuwenden könnte, verdichten sich. Erst gab es entsprechende Stellenanzeigen, dann Gerüchte über die Beteiligung an einem indischen Versicherungs-StartUp. Nun meldete sich Shai Winninger, Gründer des amerikanischen Online-Versicherers Lemonade, in einem Facebook-Post zu Wort.    

Hier heißt es: „Just learned that Amazon.com is actively trying to poach Lemonade employees.” Heißt übersetzt, dass Amazon offenbar versucht, Mitarbeiter des Online-Versicherers abzuwerben. Ob der Handelsriese damit seinen Einstieg ins Versicherungsgeschäft antreiben will, wird zwar von Amazon nicht bestätigt. Angesichts der genannten vorherigen Entwicklungen scheint jedoch einiges hierfür zu sprechen.  

Auch in Deutschland werden die Entwicklungen um den amerikanischen Tech-Giganten aufmerksam verfolgt. Der Respekt ist groß, selbst bei Versicherungs-Schwergewichten wie der Allianz, die ganz nebenbei an Lemonade beteiligt ist. „Ich mache mir sehr große Sorgen wegen Amazon und anderen großen Digitalunternehmen, weil sie sich nicht an geltende Gesetze halten“, ließ nun Allianz-Chef Oliver Bäte auf einer Veranstaltung der „Rheinischen Post“ wissen.

Deutsche Versicherer müssen aktiv werden

Bäte weiter: „Es werden viele Sachen im Internet gemacht. Wenn wir das in der Offline-Welt machen würden, säßen wir alle im Gefängnis“, erklärte der Allianz-Chef, der zugleich mehr Unterstützung seitens der Politik forderte.  

Doch auch selbst müssten die deutschen Versicherer in puncto Innovation und Digitalisierung aktiv werden, stellte Bäte klar. Das bedeutet für die Unternehmen, nicht nur in den lukrativen Geschäftsfeldern aktiv zu sein und dort ihre Kernprodukte zu optimieren, sondern sich um neue Kundengruppen zu bemühen, die weniger profitabel sind als die alten. Dieser Mangel an etablierten Strukturen führe dann auch in Ländern wie China dazu, dass hier digitale Finanzdienstleistungen unter der Bevölkerung viel verbreiteter sind als hierzulande.  

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