Amazon prüft Beteiligung an Versicherungs-StartUp

Digital Top News von Martin Thaler

Laut Presseberichten will sich der Versandriese an einem indischen Online-Versicherer beteiligen. Ist dies ein Testballon für ein Engagement auch in Deutschland?

Amazon steht laut Presseberichten vor einem Investment in Indien.

Amazon steht laut Presseberichten vor einem Investment in Indien. Foto: dpa

Im November vergangenen Jahres hatte eine Stellenanzeige gereicht, um die Versicherungsbranche in helle Aufregung zu versetzen. In Großbritannien hatte der Versandriese und Tech-Gigant Amazon nach Versicherungsprofis für den Standort London gesucht. Als Plus wurden dabei Sprachkenntnisse in Französisch aber auch Deutsch genannt. Die Stellenanzeigen wurden als erstes Anzeichen, dass Amazon sich stärker im Geschäft mit Versicherungen engagieren will, gewertet.  

Nun scheinen diese Vermutungen neue Nahrung zu erhalten. Wie mehrere englischsprachige Medien berichten, will sich der amerikanische Handelsgigant an einem indischen Versicherungs-StartUp beteiligen. Insgesamt 15,7 Millionen US-Dollar soll Amazon demnach bereit sein, in das Unternehmen Acko, einen Online-Versicherer, zu investieren. Acko bietet bislang vorrangig Kfz-Policen über seine Webseite an und wirbt mit „killer prices and a hassle-free expericence“ [ungefähr: Mörderpreise und eine Handhabung für den Nutzer ohne jegliche Schwierigkeiten]. Die Finanzprodukte von Acko könnten in Zukunft dann auch über Amazon vertrieben werden.  

Laut der Zeitung „Times of India“ werden derzeit drei Prozent der Versicherungen in Indien online vertrieben – dieser Wert soll sich angesichts einer jungen, technikaffinen Bevölkerung jedoch in Zukunft stark erhöhen.  

Das Portal „Business Insider“ vermutet, dass Amazon sein Indien-Investment als Testballon für andere Märkte in Amerika und Europa verstehen könnte. Dass es aber tatsächlich zu einem Investment von Seiten Amazons kommt, wurde bislang weder von Acko noch von Amazon bestätigt.  

Über die Frage, ob ein Einstieg von Amazon ins Versicherungsgeschäft für die Branche zu einer Bedrohung werden könnte, darüber gehen die Meinungen auseinander. Für procontra hatten die Kommunikations- und Digitalisierungsexperten MarKo Petersohn und Daniel Feyler die unterschiedlichen Standpunkte zu dieser Thematik einmal artikuliert.

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