A380: Was wird aus der Rendite?

Sachwerte von Martin Thaler

Die Fluggesellschaft Emirates kaufte jüngst 36 neue Maschinen des Riesen-Airbus. Doch was ist mit den deutschen Anlegern? Die Ratingagentur Scope untersuchte nun deren Renditeerwartungen.

Ein A380 setzt zum Start an.

Ein A380 setzt zum Start an. Foto: b1-foto - Pixabay.de

Es war eine Nachricht, die wohl einige Anleger interessiert haben dürfte: Die Fluggesellschaft Emirates hat 36 neue Maschinen des A380-Fliegers bei Airbus bestellt – 20 werden fest gekauft, für 16 weitere besteht eine Option.  Somit konnte ein Aus des größten Passagierflugzeugs der Welt, das bis zu 850 Personen fassen kann, vorläufig abgewendet werden.  

Finanziert wurden einige bereits gebaute A380-Modelle (Singapore Airlines) auch von deutschen Investoren, die sich mittels geschlossenen Fonds von Dr. Peters oder Doric Asset Finance am Riesenvogel beteiligten. Laut Ratingagentur Scope hatten allein deutsche Anleger insgesamt 1,6 Milliarden Euro investiert. Als die Nachricht eintrudelte, dass Singapore Airlines ihren auslaufenden Leasingvertrag nicht verlängern wollte, herrschte unter diesen Anlegern Aufregung – die prognostizierten Renditeaussichten erschienen in Gefahr.

Und sie bleiben weiter ungewiss – das haben zumindest die Rater von Scope ermittelt. Diese hatten untersucht, welche Perspektiven diejenigen A380-Fonds aufweisen, deren zehnjährige Leasingverträge nun auslaufen. Das Ergebnis: „Damit Anleger keine (nominellen) Verluste erleiden, müssten die Flugzeuge Netto-Verkaufspreise von rund 60 Millionen US-Dollar erzielen.“ Eine Summe, die rund 30 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises entspräche.  

Realistischer Verkaufspreis?

Ob eine solcher Verkaufspreis allerdings realistisch sei, können die Scope-Analysten nicht einschätzen. „Verlässliche und belastbare Einschätzungen von Sachverständigen existieren nicht oder sind zu einem hohen Maß mit Unsicherheit behaftet. Klarheit zur Frage, was ein gebrauchter A380 wert ist, wird frühestens die erste Transaktion bringen.“ Auf einen Käufer müssen die Anleger des geschlossenen Fonds DS 129 von Dr. Peters noch warten – das entsprechende Flugzeug, das Singapore Airlines nicht weitermieten wollten, ist derzeit in Frankreich „geparkt“. Einzig für die Turbinen ist mit Rolls Royce ein Mieter gefunden worden.  

Die Unsicherheit im Bezug auf den A380 lasse sich laut Scope auch am Zweitmarkt ablesen. So würden sich, seit die Airlines erstmals andeuteten, ihre Verlängerungsoptionen in den jeweiligen Leasingverträgen nicht zu ziehen, einen deutlichen Abwärtstrend aufweisen.   Dass mit Emirates zumindest eine Airline konsequent auf den A380 setze, dürfte unter diesen Umständen nur ein schwacher Hoffnungsschimmer für viele Anleger sein.

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