Wie die Versicherungssumme berechnet werden sollte

Risikolebensversicherung von Bernd Schlagensetter

Kein Punkt ist beim Abschluss einer Risikolebensversicherung so wichtig wie die Festlegung der Versicherungssumme. Welche Punkte hierbei zu beachten sind.

Wie hoch soll die Versicherungssumme sein? Eine entscheidende Frage.

Wie hoch soll die Versicherungssumme sein? Eine entscheidende Frage. Foto: AlexanderStein - Pixabay.de

Fast nichts ist beim Abschluss einer Risikolebensversicherung so entscheidend wie die passgenaue Festsetzung der Versicherungssumme. Ist sie zu niedrig angesetzt, drohen der abgesicherten Familie beim Todesfall des Versicherungsnehmers dennoch finanzielle Schwierigkeiten. Denn wer nur eine Versicherungssumme von beispielsweise 50.000 Euro wählt, um damit Beiträge zu sparen, muss damit rechnen, dass das Geld zur jahrelangen Absicherung seiner Familie nicht reicht. Unter Umständen kann die Familie in solchen Fällen gezwungen sein, das eigene Haus zu verkaufen.  

Interessierten an einer Risikolebensversicherung ist vor deren Abschluss dringend geraten, sich mit ihrer persönlichen Situation auseinanderzusetzen. Geklärt werden sollten dabei unter anderem Fragen, wie hoch die Verbindlichkeiten der Familie und welche laufenden Kosten im Monat anfallen. Entscheidend ist beispielsweise auch die Frage, wie viel Zeit zu veranschlagen ist, bis die Kinder der Familie finanziell auf eigenen Füßen stehen können. Junge Familie, in denen die Kinder noch nicht sonderlich alt sind, sollten eine entsprechend höhere Versicherungssumme auswählen – auch der Einschluss einer Nachversicherungsgarantie kann ratsam sein.  

Als Faustregel gilt generell, das vier- bis fünffache des jährlichen Bruttoeinkommens abzusichern. Wer es genauer berechnen will, sollte folgende Punkte beachten:  

  • Wie viel Geld braucht die Familie jährlich?

  • Falls der Partner ebenfalls beruflich tätig ist, kann er seinen Beruf in vollem Umfang nach dem Tod des Partners weiter nachgehen? Wenn nicht, wie viel Geld wird hier zusätzlich benötigt?

  • Wie lange muss das Geld reichen? Wann haben beispielsweise die Kinder ihr Studium bzw. ihre Ausbildung beendet und stehen finanziell auf eigenen Füßen?

  • Wie hoch fallen die Zahlungen aus Witwen- und Waisenrente aus? 

  • Bestehen finanzielle Verbindlichkeiten, die es abzubezahlen gilt?

  • Bestehen Ersparnisse?  

Einfacher ist die Situation, wenn man durch die Risikolebensversicherung einen Kredit, beispielsweise eine Baufinanzierung, absichern möchte. Hier gilt es darauf zu achten, dass die Versicherungssumme mindestens die gleiche Höhe hat wie der aufgenommene Kredit.

Im Falle einer Baufinanzierung ist zusätzlich die Frage zu klären, ob die Familie in dem Haus wohnen bleiben oder dieses verkaufen möchte. In diesem Fall kann die Familie gezwungen sein, den bestehenden Kredit vorzeitig abzulösen. Eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung gegenüber der Bank wird dann meist fällig, die je nach Fall hoch ausfallen kann.  

Darum empfiehlt es sich bei der Festlegung der Versicherungssumme, eine solche entsprechend einzukalkulieren. Dann ist sichergestellt, dass es im Versicherungsfall für die Angehörigen kein böses Erwachen gibt.    

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