Weiterbildungspflicht: Innendienst auf IDD-Kurs

Berater IDD von Florian Burghardt

Die jährliche Weiterbildung wird durch die Vertriebsrichtlinie IDD zur Pflicht. Allerdings nicht nur für die Vermittler an der Front, sondern auch für viele andere Versicherungsmitarbeiter. Was der Innendienst bereits leistet und was er sich das kosten lässt.

Lebenslanges Lernen: Durch die IDD wird der gutgemeinte Vorsatz für viele Mitarbeiter der Versicherungswirtschaft zur Pflicht.

Lebenslanges Lernen: Durch die IDD wird der gutgemeinte Vorsatz für viele Mitarbeiter der Versicherungswirtschaft zur Pflicht. Bild: geralt/Pixabay

Die IDD regelt unter anderem auch die Weiterbildungspflicht für Vermittler. Hier ist vieles noch unklar, beispielsweise ein Nachweis der Teilnahme oder eine Lernerfolgskontrolle. Zudem betrifft die Weiterbildungspflicht alle Mitarbeiter, die im Versicherungsvertrieb tätig sind. Dieser Umstand wird sowohl für die Mitarbeiter von Maklerbetrieben als auch für viele Angestellte von Versicherungsunternehmen noch einigen Aufwand bedeuten.

Allerdings ist die berufsbegleitende Weiterbildung für die Innendienstangestellten kein Fremdwort. Im Jahr 2016 hat sich jeder Innendienstmitarbeiter im Durchschnitt 26,4 Stunden weitergebildet. Das ist nicht nur deutlich mehr als von der IDD gefordert (15 Stunden), sondern liegt auch über dem Schnitt aller anderen Branchen (17,3 Stunden).

Lernen während der Arbeitszeit

Zu diesen Ergebnissen sind der Versicherungs-Arbeitgeberverband (AGV), das Berufsbildungswerk (BWV) und das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer Sonderumfrage zum Stand der Weiterbildung in der Versicherungswirtschaft gekommen. Sie haben dazu Rückmeldung von 51 Versicherern erhalten, die 71,4 Prozent aller Arbeitnehmer im Innendienst repräsentieren.

Ob sich die Gesamtheit der geleisteten Weiterbildungsstunden gleichmäßig auf alle Mitarbeiter verteilt, geht aus der Erhebung nicht hervor. Beispielsweise kommt ein Angestellter, der am zweijährigen Lehrgang zum Fachwirt für Versicherungen und Finanzen teilnimmt, alleine schon auf etwa 200 Unterrichtsstunden pro Jahr und würde damit die Quote für sieben seiner Kollegen gleich miterfüllen. Allerdings heißt es in der Umfrage, dass 93 Prozent aller Lehrgänge während der Arbeitszeit stattfinden – was bei sehr zeitaufwendigen Kursen wie Fachwirt und Studium nicht der Fall ist.

Über 2.000 Euro pro Mitarbeiter

Besonders hoch im Kurs stehen Lehrveranstaltungen, die die Versicherer selbst durchführen. Auf sie entfallen rund 40 Prozent der aufgewendeten Weiterbildungszeit. Externe Lehrveranstaltungen machen knapp 25 Prozent der Stunden aus. Der Rest verteilt sich auf Lernen im Prozess der Arbeit, selbstgesteuertes Lernen mit Medien und Besuche von Informationsveranstaltungen.

Das von den Versicherern am häufigsten genannte Motiv für die Weiterbildung ist die Qualifikation der Mitarbeiter für den Umgang mit neuen Technologien. Es folgen der Effekt der Fachkräftesicherung, die Förderung der überfachlichen Kompetenz und die Erhöhung der Produktivität. Das lassen sich die Unternehmen auch verhältnismäßig viel kosten. Die Summe der direkten (konkrete Kursgebühren oder Reisekosten) und indirekten (Ausfall der Arbeitszeit) Weiterbildungskosten lag im Jahr 2016 bei 2.123 Euro pro Innendienstmitarbeiter – und betrug damit das Doppelte wie im Schnitt aller anderen Branchen. 

Die vollständige Weiterbildungsumfrage gibt es hier als PDF.

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