Wegen Niedrigzins: Kunden sollen zu Schadenassistenten werden

Versicherungen von Florian Burghardt

Versicherer und Makler sehen laut einer Studie viel Einsparpotenzial in der Schadenregulierung. Knackpunkt ist dabei die Mithilfe der Kunden. Auf welche Maßnahmen die Branche besonders hofft und wie weit man mit der Umsetzung ist.

Durch mehr Mithilfe und Einbindung der Kunden in die Schadenregulierung erhoffen sich Versicherer und Makler hohe Einsparungen.

Durch mehr Mithilfe und Einbindung der Kunden in die Schadenregulierung erhoffen sich Versicherer und Makler hohe Einsparungen. Bild: 3dman_eu/Pixabay

Niedrigzinsniveau sowie Regulierung und Compliance sind, wenig überraschend, die größten Herausforderungen für die Versicherungsbranche. Das geht aus dem „Branchenkompass Insurance 2017“ des Beratungsunternehmens Sopra Steria hervor. Befragt wurden dafür nur 85 Personen – diese sind allerdings allesamt Führungskräfte aus Versicherungs- und Maklerunternehmen.

Die Kombination aus geringen Zinserträgen und, aufgrund regulatorischer Maßnahmen, hoher zu bildender Rücklagen (Zinszusatzreserve und Solvency II) gestaltet sich sehr kapitalintensiv für die Versicherer. Vor diesem Hintergrund gewinnt das Einsparpotenzial verschiedener Geschäftsbereiche mehr und mehr an Bedeutung.

Kunden sollen zuarbeiten

Besonders hoch ist dieses aus Sicht der Versicherungs-Führungskräfte im Bereich Schadenregulierung. Durch Automatisierung und Digitalisierung von Schadenabläufen gehen 75 Prozent der Befragten von großem oder sogar sehr großem Einsparpotenzial aus. Umgesetzt werden soll dies, grob betrachtet, durch eine stärkere Einbindung der Kunden in die Schadenbearbeitung und folglich deren Unterstützung.

Großes Potenzial sehen die Führungskräfte somit in einer Erweiterung von Online-Schadenmeldungen (51 Prozent) und der Möglichkeit zum Dokumenten-Upload (48 Prozent) durch Kunden. Welche technologischen Anwendungen bereits im Einsatz sind, welche geplant und welche diskutiert werden, wurde für den Branchenkompass ebenfalls erfragt. Die meisten davon sind sowohl für Versicherungs- als auch Maklerunternehmen denkbar. 

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