Unfallversicherung: Zu komplex für Online-Vertrieb?

Berater von Michael Fiedler

Der Online-Vertrieb von Unfallversicherungen bleibt hinter den Erwartungen der Versicherer zurück. Ein möglicher Grund: Die unterschiedlichen Leistungsarten machen das Produkt zu komplex. Welche Vertriebskanäle davon profitieren.

Unfallversicherung Online Vertrieb Komplex

Sind Unfallversicherungen zu komplex für den Online-Vertrieb? Fotolia / mpix-foto

Der 12. Vertriebswege-Survey zur Schaden- und Unfallversicherung von Willis Towers Watson zeigt, dass die Kanäle, über die Versicherer Neugeschäft bekommen, 2016 stabil geblieben sind. Wichtigster „Lieferant“ für Neugeschäft im Bereich SHUK bleibt demnach die Ausschließlichkeit mit einem Anteil von 45,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr kann sie sogar leicht dazu gewinnen (+0,2 Prozent). Auch Makler können ihren Anteil am Neugeschäft von 25,7 auf 26,1 Prozent steigern. Internet-Portale (7,3 Prozent) und Direktvertrieb (6,5 Prozent) bleiben hingegen hinter den Erwartungen zurück. „Die traditionellen Vertriebskanäle sind weiterhin für über 85 Prozent des Neugeschäfts verantwortlich“, sagt Michael Klüttgens, Leiter der Versicherungsberatung bei Willis Towers Watson. Bei Lebensversicherungen und Kfz-Policen war das Bild ganz ähnlich.

Weiteres Ergebnis der Untersuchung: Die Zunahme an Komplexität und Intransparenz führt zu einem erhöhten Beratungsbedarf – so sehen es knapp 80 Prozent der deutschen Anbieter im Bereich SHUK. Für den Bereich Unfall machte es Roland Roider (die Haftpflichtkasse) gegenüber procontra deutlich: „Wir finden in der Unfallversicherung unterschiedliche Leistungsarten vor, wie zum Beispiel bei Invalidität oder Tod, Krankenhaustagegeld, Genesungsgeld, Übergangsleistung. Die Vielzahl der Leistungsarten macht das Ganze komplex.“
Roider erwartet, dass auch wieder einfachere Produkte auf den Markt kommen, die dadurch besser für den Online-Vertrieb geeigent seien. Eine Rolle, die Roider den neuen Unfallversicherungen nach Haftpflichtprinzip nicht zutraut. Diese sieht er eher als Ergänzung. Dennoch schließt er auch für sein Unternehmen nicht aus, ein ähnliches Produkt auf den Markt zu bringen. 

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