Rente: Deutsche vertrauen weiter auf den Staat

Berater von Florian Burghardt

Weltweit wissen die Menschen um ihre Eigenverantwortung beim Thema Alterseinkommen. Entsprechend sorgen sie vor. In Deutschland sieht man hingegen weiterhin hauptsächlich den Staat in der Pflicht, wie eine aktuelle Umfrage belegt.

Die Deutschen sehen beim Thema Altersvorsorge vor allem den Staat in der Pflicht. Im weltweiten Durchschnitt spielt hingegen die private Altersvorsorge ein viel wichtigere Rolle.

Die Deutschen sehen beim Thema Altersvorsorge vor allem den Staat in der Pflicht. Im weltweiten Durchschnitt spielt hingegen die private Altersvorsorge ein viel wichtigere Rolle. Bild: PixLord/Pixabay

Man ist so jung wie man sich fühlt, heißt es so schön. Das mag stimmen. Der ordinäre Renteneintritt ereilt uns dann aber doch alle ungefähr im selben Alter. Bis dahin sollte man sich überlegt haben, woher die Einkünfte im Ruhestand kommen und ob sie bis zum Lebensabend reichen.

Weltweit gehen die Menschen davon aus, dass staatliche Renten und Pensionen alleine als Einnahmequellen im Alter nicht ausreichen werden. Das geht aus einer Umfrage unter 22.000 Anlegern aus 30 Ländern hervor, die von der Schroder Investment Management GmbH aus Frankfurt durchgeführt wurde.

Zwar sehen 19 Prozent der Menschen staatliche Bezüge als wichtigste Einnahmequelle und damit auf Platz Zwei hinter Ersparnissen und Geldanlagen (20 Prozent). Andere, ebenfalls nichtstaatliche Einnahmequellen wie bAV (18 Prozent), private Altersvorsorge (12 Prozent) oder Einkünfte aus Immobilien (7 Prozent) werden von ihnen aber ebenfalls schwer gewichtet. Dies unterstreicht die hohe Eigenverantwortung, die mittlerweile weltweit in Sachen Altersvorsorge von den Menschen zu tragen ist.

Die Deutschen ticken anders

In Deutschland sieht man das anders. Die Aufschlüsselung der Umfrageergebnisse zeigt, dass man sich hierzulande deutlich mehr auf staatliche Renten und Pensionen (34 Prozent) verlässt als im internationalen Durchschnitt. Erst weit dahinter folgen Ersparnisse und Geldanlagen (17 Prozent) sowie bAV (13 Prozent).

Das große deutsche Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung spiegelt sich auch an anderen Stellen im internationalen Vergleich wider. So sparen die Anleger weltweit durchschnittlich 11,4 Prozent ihres Einkommens fürs Alter. Gleichzeitig glauben sie aber, dass sie lieber 13,7 Prozent sparen sollten, um im Ruhestand angenehm leben zu können. Deutsche bringen hingegen nur 10,5 Prozent ihres Einkommens auf die Seite und glauben, dass 12 Prozent besser wären.

Diese Werte verwundern ein wenig. Denn trotz ihres unterdurchschnittlichen Sparverhaltens gehen 71 Prozent der Deutschen davon aus, ihre Ruhestandsbezüge für ein angenehmes Leben im Alter ausreichen werden. Ihre Bestätigung holen sie sich möglicherweise von den Generationen, die sich bereits im Ruhestand befinden: Vier von fünf deutschen Rentnern gaben an, dass ihre Bezüge für einen angemessenen Lebensstandard ausreichen. Zudem wünschen sich nur 43 Prozent von ihnen, dass sie mehr fürs Alter gespart hätten – der zweitniedrigste Wert der gesamten Umfrage. 

Die vollständigen Umfrageergebnisse gibt es hier

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare