Psyche steht richtiger Geldanlage im Wege

Investmentfonds von Martin Thaler

Geld abheben? Eine Überweisung tätigen? Für die meisten Deutschen stellt das kein Problem dar. Ganz anders sieht die Lage aber aus, wenn es um das Thema Geldanlage geht. Insbesondere junge Leute trauen sich solche Investments schlicht und einfach nicht zu.

Das Investieren in Aktien und Fonds trauen sich nur wenige Deutsche zu.

Das Investieren in Aktien und Fonds trauen sich nur wenige Deutsche zu. Foto: geralt - Pixabay.de

Mit der Finanzbildung, also dem Wissen über Geldanlage, Versicherungen und Co., ist das bei den Deutschen so eine Sache. Egal, welcher der zahlreichen Umfragen zu dem Thema man auch Glauben schenkt: Gut kommen die Deutschen in den seltensten Fällen weg. Eine Studie von Deutschlands größter Direktband, der ING-DiBa, kam im Oktober dieses Jahres zu dem Schluss: Die Hälfte der Deutschen sind „finanzielle Analphabeten“.  

Doch welche Auswirkungen hat dieser Mangel an Expertise? Einen erheblichen, wenn man der neuen Finanzwissen-Studie des Fonds-Anbieters RWB folgt. Dieser ließ vom Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK untersuchen, welche Finanzangelegenheiten sich die Deutschen überhaupt zutrauen.  

Das Ergebnis ist dabei zwar kaum überraschend, dennoch umso niederschmetternder. Denn zwar trauen sich die Deutschen alltägliche Finanzangelegenheiten, wie das Tätigen einer Überweisung (95,6 Prozent) oder das Geldabheben am Automaten (95,4) zu – wenn es dann aber um den Abschluss einer privaten Altersversorgung geht, sieht die Sache schon ein wenig anders aus (75,2 Prozent). Noch geringer ist das Vertrauen der Deutschen in die eigenen Fähigkeiten ausgeprägt, wenn es um Investments in Aktien oder Fonds geht: Dies trauen sich nur rund die Hälfe, genauer 55,1 Prozent der Deutschen zu.  

Insbesondere jüngere Menschen zeigen sich bei Anlageprodukten wie Aktien oder Fonds unsicher – nur 38,1 Prozent gaben an, sich eine solche Investition zuzutrauen. Mit dem Alter wächst dann das Vertrauen, vor allem die 40- bis 49-Jährigen zeigen sich in dieser Hinsicht deutlich selbstbewusster.  

„Das Investieren in Aktien oder Fonds ist sicher nicht schwieriger als einen Kredit abzuschließen. Das Problem ist eher ein psychologischer Effekt: Mit einem Kredit ist sofortiger Konsum möglich. Das Ergebnis langfristiger Geldanlage zeigt sich hingegen erst nach vielen Jahren“, fasst RWB-Vorstand Horst Güdel das Studienergebnis zusammen.

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