Norden und Osten: Mieten ziehen gewaltig an

Sachwerte von Florian Burghardt

Zur Miete wohnen wird immer teurer, vor allem in deutschen Großstädten. Dem Vorbild der ohnehin schon teuren Gebiete scheinen nun auch die als günstig geltenden Gegenden zu folgen und ziehen bei den Mietpreisen deutlich an.

In München kann man schon für eine kleine Wohnung monatlich viel Geld lassen. Doch auch der als günstig verschriene Norden und Osten Deutschlands zieht nun bei den Mietpreisen stark an.

In München kann man schon für eine kleine Wohnung monatlich viel Geld lassen. Doch auch der als günstig verschriene Norden und Osten Deutschlands zieht nun bei den Mietpreisen stark an. Bild: MichaelGaida/Pixabay

Sie bringen Millionen Deutsche auf die Barrikaden und haben in den letzten Jahren ein ungewöhnliches Ausmaß angenommen: Steigende Mieten. Vor allem innerstädtisch stellen die Preise bei Neuvermietungen viele Normal- und Geringverdiener auf eine harte finanzielle Probe. Doch auch bei bestehenden Mietverhältnissen wollen die Vermieter immer mehr Profit machen.

Diese fragwürdige Entwicklung belegt nun erneut der Mietspiegelindex des Forschungs- und Beratungsunternehmens F+B. Dafür wurden die derzeit gezahlten Mieten in 347 deutschen Städten und Gemeinden ausgewertet und das auf Basis aller amtlichen Mietpreisübersichten. Zur besseren Vergleichbarkeit diente eine Modellwohnung mit 65 Quadratmetern Wohnfläche sowie mittlerer Lage, Ausstattung Sanierungsgrad und Energieverbrauch als Grundlage.

Norden und Osten holen auf

Die Untersuchung von F+B zeigt, wenig überraschend, dass die Preise in München weiterhin am höchsten sind. In der bayerischen Landeshauptstadt kostet die Nettokaltmiete pro Quadratmeter durchschnittlich 10,22 Euro und liegt damit 52 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt (6,72 Euro).

Besonders teuer ist das Wohnen auch in Stuttgart (9,92 Euro/qm), Köln (8,43 Euro/qm) oder Hamburg (8,39 Euro/qm). Unter dem Durchschnitt liegen vor allem Großstädte aus Ost- und Norddeutschland, wie etwa Potsdam (6,17 Euro/qm), Dresden (6,10 Euro/qm) oder Schwerin (5,81 Euro/qm).

Allerdings zeigt der F+B-Mietspiegelindex auch, dass Nord- und Ostdeutschland dem teuren Süden in puncto Mieterhöhungen nacheifern. So stiegen die ortsüblichen Vergleichsmieten in Norddeutschland im Jahr 2017 um 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von 2015 auf 2016 waren es dort noch 2,5 Prozent gewesen. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich, laut F+B, auch in Ostdeutschland. Um 2,3 Prozent stiegen die Mieten dort durchschnittlich (2016: 1,2 Prozent).

Zum Vergleich: In Süddeutschland ging es in diesem Jahr nur um 1,8 Prozent nach oben (2016: 2,7 Prozent). Bundesweit liegt der Schnitt bei einer Mietsteigerung von 2,1 Prozent in 2017. Doch auch hier zeigt sich die Teuerung. In 2016 war es nur um 1,8 Prozent nach oben gegangen. 

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