KV-Beitrag für Arbeitslose: Kassen fehlen jährlich 10 Milliarden Euro

Versicherungen von Florian Burghardt

Der Staat zahlt den Krankenkassen laut Medienberichten zu wenig, um die Arztkosten für Hartz IV-Empfänger und andere Bedürftige decken zu können. Ein Gutachten sieht eine Milliardenlücke. Diese geht zu Lasten der GKV-Beitragszahler.

Kritik kommt auch vom GKV-Spitzenverband. Der Staat dürfe die Gesundheitskosten für seine bedürftigen Menschen nicht den GKV-Beitragszahlern aufbürden.

Kritik kommt auch vom GKV-Spitzenverband. Der Staat dürfe die Gesundheitskosten für seine bedürftigen Menschen nicht den GKV-Beitragszahlern aufbürden. Bild: Myriams-Fotos/Pixabay

Das deutsche Gesundheitssystem ist allgegenwärtig ein großes politisches Thema. Aktuell steht es besonders im Fokus, da durch eine mögliche große Koalition aus Union und SPD auch das Modell Bürgerversicherung wieder auf dem Verhandlungstisch liegt. Dazu haben die Sozialdemokraten bislang allerdings wenig Konkretes gesagt.

Aber wäre es das Beste, alles so zu lassen wie es ist? Schließlich tun sich auch beim Status quo aus gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) immer wieder Schwachstellen auf. Aktuell in Form einer jährlichen Lücke von fast 10 Milliarden Euro, die zu Lasten der GKV-Beitragszahler geht. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) unter Berufung auf ein Gutachten, dass für das Bundesgesundheitsministerium erstellt wurde.

Demnach decken die Überweisungen des Staates an die Kassen nur 38 Prozent der dort anfallenden Ausgaben für ALG-II-Bezieher (Hartz IV), Aufstocker und Arbeitslose. Im Umkehrschluss würden 9,6 Milliarden Euro jährlich fehlen. Anstatt der rund 100 Euro monatlich pro Kopf müsste der Staat die Kassen demnach eigentlich mit fast 290 Euro subventionieren.

Beim GKV-Spitzenverband sieht man sich durch das Gutachten in einem, bereits seit längerer Zeit vertretenen Kritikpunkt bestätigt. Die Verbandsvorsitzende Dr. Doris Pfeiffer sagte der F.A.Z.: „Wir hoffen, dass die kommende Regierung das Problem der unzureichenden ALG-II-Beiträge angeht und nicht länger Lasten des Staates zur Existenzsicherung bedürftiger Menschen in Milliardenhöhe den GKV-Beitragszahlern aufgebürdet werden.“

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare