Kritische Kfz-Studie: Versicherer wehren sich

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Eine Umfrage unter Verkehrsrechtsanwälten hatte die Schadenregulierungspraxis in der Kfz-Versicherung scharf kritisiert. Huk-Coburg und Allianz wehren sich gegen die Vorwürfe - und erhalten Unterstützung vom GDV.

Huk-Coburg, Allianz und GDV setzen sich argumentativ gegen die Vorwürfe aus der DAV-Umfrage zur Wehr.

Huk-Coburg, Allianz und GDV setzen sich argumentativ gegen die Vorwürfe aus der DAV-Umfrage zur Wehr. Bild: RyanMcGuire/Pixabay

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein hatte vergangene Woche für viel Diskussionsstoff gesorgt – sowohl allgemein in der Branche als auch speziell bei procontra-Lesern, die zahlreich unter unserem Artikel und auf unserer Facebook-Seite kommentiert haben.

Dabei wurde von Vermittlerseite das Regulierungsverhalten der Kfz-Versicherer ebenso verteidigt wie die Vorwürfe der Juristen. Für die Umfrage waren über 1.000 Verkehrsrechtsanwälte befragt worden. Ergebnis: Für ihre unangemessen langen Bearbeitungszeiten im Schadenfall, sowie unberechtigt erscheinende Leistungskürzungen und -zurückweisungen waren vor allem die Marktführer Huk-Coburg und Allianz kritisiert worden.

Huk und Allianz nehmen Stellung

Vorwürfe, denen die Versicherer entschieden entgegentreten. „Das vorliegende Ergebnis widerspricht allen uns bekannten Statistiken und Erkenntnissen: So sind unsere Beschwerdequoten bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ebenso unterdurchschnittlich wie unsere Prozessquoten“, erklärte ein Sprecher der Huk-Coburg auf procontra-Nachfrage. Zudem würden die Kunden, laut Aussage des Versicherers, dessen Service im Schadenfall außerordentlich positiv bewerten. Auch die Kündigungsquoten seien im Branchenvergleich besonders niedrig.

Während das Magazin Stern erklärte, dass sich die Allianz zum Ergebnis der Umfrage nicht äußern wollte, zeigten sich die Münchener gegenüber procontra auskunftsbereit. Ein Unternehmenssprecher sagte: „Gerade in Kraftfahrzeug-Haftpflichtschäden kommt es manchmal zu einer unterschiedlichen Auffassung über die Haftung oder über die Schadenhöhe, die umfangreiche Ermittlungen und Gutachten nach sich ziehen. In manchen Fällen wird auch darüber gestritten, welche Forderungen angemessen und welche nicht angemessen sind. Es ist nachvollziehbar, dass in diesen Fällen die Regulierung länger dauert. Als Versicherer sind wir aber verpflichtet, die Schadenursache aufzuklären um berechtigte Forderungen zu bezahlen und unberechtigte Forderungen gegen unseren Kunden abzulehnen.“

Auch GDV kontert

Auch der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat auf die Umfrageergebnisse mit einer Stellungnahme reagiert. Damit weist der Gesamtverband erneut darauf hin, dass sich die befragte Personengruppe ausschließlich mit Streitfällen beschäftigt. Zufriedene Kundenstimmen würden bei dieser Umfrage außen vor bleiben.

Von diesen würde es, laut dem GDV, aber reichlich geben. So wurden gemäß Verbandsstatistiken in den letzten drei Jahren 97,3 Prozent aller Kfz-Haftpflichtschäden ohne Zutun eines Anwalts reguliert. Die Einschätzung der Verkehrsanwälte könne sich also nur auf die 2,7 Prozent der Fälle stützen, in denen es zum Prozess kam.  

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