Krankenzusatz macht Makler stark – nur, wie lange?

Berater Top News von Michael Fiedler

Krankenversicherung: Makler gewinnen dank Zusatzversicherungen Marktanteile. Doch die könnten mittelfristig verloren gehen, so eine Prognose. Welche Folgen die Debatte um die Bürgerversicherung hat und welche Rolle der Ausschließlichkeitsvertrieb im Krankenvollgeschäft spielt.

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Das Krankenzusatzversicherungs-Geschäft stärkt Maklern den Rücken - doch wie lange noch? (Symbolbild) Fotolia / alotofpeople

Die politische Diskussion um das duale Gesundheitssystem könnte die Privaten Krankenversicherer in die Defensive drängen, so Michael Klüttgens, Leiter der Versicherungsberatung bei Willis Towers Watson. „Dieser Gegenwind würde das Vertrauen in die PKV verringern und den Vertrieb erschweren“, schätzt er im elften Vertriebswege-Survey ein. Auch der Direkt- und Internetvertrieb würde die Folgen davon zu spüren bekommen, „[...] da hierbei ein überzeugendes Gespräch mit einem Vermittler ja ausbleibt“, so Klüttgens weiter.

Internet- und Direktvertrieb: Mittelfristig zweistelliger Marktanteil

Dennoch sieht Stefan Bause, Leiter Krankenversicherung bei Willis Towers Watson, in diesen beiden Vertriebskanälen großes Potenzial: „Trotz Stagnation erwarten wir für diese Vertriebswege mittelfristig einen zweistelligen Marktanteil.“ Obwohl sich – wie im Leben und SHUK-Bereich – der Online- und Direktvertrieb langsamer als erwartet entwickelt. Insbesondere das Kranken-Zusatzversicherungsgeschäft berge Potenzial.

Krankenzusatz macht Makler stark

Das sind keine guten Nachrichten für Makler. Denn genau diesem Bereich – den Krankenzusatzversicherungen – haben sie es zu verdanken, dass sie erstmals seit drei Jahren wieder Anteilsgewinne im Kranken-Vertrieb verzeichnen konnten. Insgesamt können Makler nun 33,9 Prozent Anteile (+1,2 % im Vergleich zum Vorjahr) am PKV-Neugeschäft verbuchen. Einen höheren Anteil kann nur die Ausschließlichkeit mit 48,5 Prozent aufweisen – musste aber leichte Verluste (-1,2 Prozent im Vgl. zu 2015) hinnehmen.

Hauptgrund für den Zuwachs bei Maklern seien Gewinne im Krankenzusatzgeschäft, so der Untersuchung. Das Pflegezusatzgeschäft hingegen, welches größtenteils durch die AO vertrieben werde, sei im Jahr 2016 zurückgegangen.

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