IDD-Verschiebung sorgt für Unklarheiten

Berater IDD Top News von Florian Burghardt

Norman Wirth, Fachanwalt für Versicherungsrecht und geschäftsführender Vorstand des AfW:

„Wie erwartet stößt die EU-Kommission das beschleunigte Gesetzgebungsverfahren zur Verschiebung der Anwendung der IDD und der delegierten Rechtsakte an. Europäisches Parlament und Rat müssen dem nun konkret formulierten Vorschlag noch zustimmen. Die Zustimmung kann als sicher unterstellt werden. Der Termin der Umsetzung zum 23.2.2018 bleibt bestehen. Wie sich diese Verschiebung konkret auf Deutschland und damit auf Vermittler, Versicherer und Kunden auswirken wird, bleibt abzuwarten. Ich gehe davon aus, dass alle Versicherer, Vertriebe und Vermittler den Termin 23.2. im Blick behalten werden und alle relevanten Player am 23. Februar 2018 IDD-ready sind. Die Unterscheidung von ‚Umsetzung‘ und ‚Anwendung‘ der IDD-Vorgaben erscheint noch nicht ganz konsistent, insbesondere in seinen Auswirkungen auf zivilrechtliche Fragen, wie Haftung und Wettbewerb. Und zumindest die VersVermV wird keinesfalls zum 23.2.2018 in Kraft treten können. Ich sehe momentan keine Rechtsklarheit in Sachen IDD. Legislative und Executive werden sich hier noch erklären müssen.“

Frank Rottenbacher, Vorstand beim Bildungsdienstleister Going Public und AfW-Vorstandsmitglied für Bildungs- und Qualifikationsthemen, zu den Auswirkungen auf die IDD-Weiterbildungspflicht der Vermittler:

„Sollte sich die IDD-Anwendung verschieben, werden Vermittler in 2018 ihre Weiterbildungsverpflichtung höchstwahrscheinlich nur anteilig erbringen müssen. Vermittler buchen ihre Weiterbildungsveranstaltungen in der Regel maximal ein paar Monate im Voraus. Wenn es also erst Ende Februar 2018 Klarheit über die IDD-Anwendung gibt, dürfte es keine terminlichen Probleme bei der Weiterbildung geben. 12,5 Weiterbildungsstunden, die ja auch online absolviert werden können, werden in 2018 sicher noch zu planen sein.“

Wer abwartet, der irrt

Auch der BVK hat sich bereits zum Vorschlag der EU-Kommission geäußert. In einer Stellungnahme heißt es: Trotz dieser Verschiebung wird das bereits verabschiedete deutsche IDD-Umsetzungsgesetz vollumfänglich mit allen Verpflichtungen im Februar 2018 in Kraft treten. Aufgrund der politischen Gesamtsituation in Deutschland ist nicht mit Änderungen zu rechnen. Damit werden auch die ab diesem Zeitpunkt geltenden neuen Verpflichtungen für die gesamte deutsche Versicherungsbranche gelten.

BVK-Präsident Michael H. Heinz ergänzt: „Diejenigen, die meinen, sie könnten im Hinblick auf die Verschiebung der EU-Kommission erstmal abwarten, irren deshalb.“

Seite 1: EU-Kommission drängt auf IDD-Verschiebung
Seite 2: Das sagen AfW und BVK

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare