Digitalisierung: Verhältnis zum Tod wird sich komplett ändern

Versicherungen Top News von Michael Fiedler

Trauerfall-Vorsorge stärken und Angebote ausbauen - mit diesen Zielen ist Oliver Suhre bei dem Sterbegeldversicherer Monuta angetreten. Wie er das erreichen will und warum Social Media hilft, das Reden über den eigenen Tod zu enttabuisieren, erklärt er im Interview mit procontra.

Oliver Suhre Sterbegeldversicherung Monuta Interview

Im Interview: Oliver Suhre, seit September Geschäftsführer von Monuta Deutschland. Fiedler/ procontra

procontra: Herr Suhre, Sie sind nun seit September im Amt. Was hat sich seitdem geändert?

Oliver Suhre: Während meiner Tätigkeit für die Sparkassenversicherung bin ich von München nach Stuttgart gependelt. Nun habe ich in Düsseldorf Arbeit und Familie wieder in der gleichen Stadt. Das ist ein großer Vorteil. Bei der Monuta habe ich erstmal jede Menge Gespräche geführt. Mit jedem Mitarbeiter – das sind in Düsseldorf etwa 40 – und auf der DKM in Dortmund. Zudem stehen Themenplanungen für das kommende Jahr an. Es war also viel zu tun in den ersten 100 Tagen.

procontra: Sie haben ja bereits angekündigt, den Markt der Trauerfall-Vorsorge stärken zu wollen. Wie soll das gemacht werden?

Suhre: Wir sind nun 10 Jahre am deutschen Markt und haben etwa 4.000 aktive Vertriebspartner. Allein in diesem Jahr haben wir fast 1.000 Vertriebspartner hinzu gewonnen. Diesen Trend wollen wir auch in Zukunft fortsetzen sowie mit Produktiven die Beziehung weiter ausbauen.

„Ohren auf Empfang stellen“

procontra: Was heißt das konkret?

Suhre: Es läuft viel über persönlichen Kontakt. Es stehen Besuche bei größeren Vertrieben an. Da geht es dann erstmal darum, die „Ohren auf Empfang zu stellen“. Was läuft gut? Wo können wir unterstützen?

procontra: In Zeiten der Digitalisierung wird gern gesagt, Makler sollten sich auf beratungsintensives Geschäft konzentrieren. Ist denn Sterbegeld aus Ihrer Sicht ein beratungsintensives Produkt?

Suhre: Das Produkt selbst ist gar nicht so beratungsintensiv. Die Herausforderung liegt eher in der Ansprache. Manche Vermittler haben das fest im Portfolio und platzieren es vergleichsweise leicht. Aber viele Kollegen tun sich schwer und gehen eher auf Distanz. Wir könnten viel erreichen, wenn wir den Maklern diese Distanz nehmen.

procontra: Wie wollen Sie das erreichen? Mit Gesprächsleitfäden?

Suhre: Ja, auch. Für wirkungsvoller halte ich Seminare und Schulungen, z. B. unsere Praxistage, in denen unsere Betreuer das Produkt vorstellen. Wann ist der richtige Zeitpunkt der Ansprache, wie kann man das vorbereiten und wie Einbetten? Themen wie Nachlass und Erbschaft sind dafür geeignet.

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