Verdacht: Versicherungsbetrug in 33.000 Fällen

Panorama von Michael Fiedler

Abrechnungsbetrug bei Kfz-Schäden: Die Staatsanwaltschaft Halle/Saale ermittelt in insgesamt 33.000 Fällen. Der Verdacht: Kfz-Versicherer könnten um Millionen betrogen worden sein.

Autoglaser Scheibe Versicherungsbetrug kfz

Wurde die Scheibe auch wirklich so repariert wie abgerechnet? Die Staatsanwaltschaft Halle hat Zweifel daran und ermittelt in 33.000 Fällen. Fotolia / fotohansel

Die Firma „Ihr Autoglaser“ soll in tausenden Fällen Abrechnungen in betrügerischer Absicht gefälscht haben, berichtet die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) unter Berufung auf die ermittelnde Staatsanwaltschaft Halle/Saale. Der Vorwurf: Arbeiten wie etwa Scheibentönungen seien mit Versicherungen als Reparatur abgerechnet worden. Zudem sei die Selbstbeteiligung dem Kunden als eine Art Rabatt erlassen worden.
In 27.000 Fällen sollen laut Staatsanwaltschaft Kunden der Autoglaserei verstrickt sein – allein 5.000 in Halle/ Saale.

Geringfügigkeit bis Klageerhebung

Liegt der Schaden unter 200 Euro, will die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen „wegen Geringfügigkeit“ einstellen, berichtet die MZ. In Fällen, bei denen der Schaden höher ist, soll angeboten werden, die Verfahren gegen Geldauflage einzustellen. Die Zahlung würde gemeinnützigen Einrichtungen zugeführt. Stimmen die Betroffenen dem nicht zu, droht ihnen Anklageerhebung. Doch auch Versicherer könnten gegen die Betroffenen zivilrechtliche Schritte einleiten. Zu den möglichen Folgen zählen:

  • Vertragskündigung samt Verlust des Versicherungsschutzes
  • Rückforderung bereits erbrachter Leistungen
  • Rückforderung gezahlter Vorschüsse
  • Regress für Mehrkosten (z.B. Mehraufwand für mit dem Fall betraute Sachbearbeiter)

In anderen aktuellen Fällen wurde versucht, die Versicherer mit fingierten Unfällen zu täuschen.

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