Treuk-Pleite: Anleger bangen um ihr Geld

Berater Top News von Florian Burghardt

Der Policenaufkäufer Treuk aus Köln hat Insolvenz beantragt und auch sein dubioser Vermittlerverein stellt sich tot. Viele Anleger könnten dadurch ihr Geld verlieren. Der Verbraucherschutz wittert Betrug und Falschberatung.

Die Kunden der Treuk AG bangen jetzt um ihr Geld. Ein letzter Strohhalm könnte die Beratungshaftung sein.

Die Kunden der Treuk AG bangen jetzt um ihr Geld. Ein letzter Strohhalm könnte die Beratungshaftung sein. Bild: ErikaWittlieb/Pixabay

Die folgende Nachricht dürfte einigen Anlegern den Schweiß auf die Stirn treiben: Wie nun bekannt wurde hat die Treuk AG aus Köln beim dortigen Amtsgericht Ende August einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über ihr Vermögen gestellt (AZ.: 75 IN 356/17). Die vermeintliche Pleite ist deshalb ein Problem für die Anleger, da die Chancen für sie damit nur noch sehr gering sind, ihre Kapitalansprüche zu realisieren.

Treuks Geschäftsmodell liegt im Ankauf von sicheren Geldanlagen wie Lebensversicherungs- und Bausparverträgen. Mit dem Versprechen, mehr aus dem Geld der Kunden zu machen, trat das Unternehmen vor allem an relativ unwissende Privatanleger heran und schloss Kauf- und Abtretungsverträge oder Nachrangdarlehensverträge mit ihnen.

"Windige Angelegenheit"

Dabei soll laut der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) immer wieder das Argument verwendet worden sein, in einigen Jahren hohe Zinsen für die Verbraucher zu verdienen. „Das Geschäftsmodell der Treuk AG war von Beginn an eine windige Angelegenheit“, heißt es von Seiten der VZHH in einer Stellungnahme. Ziel des Policenaufkäufers sei es hingegen gewesen, an die Auszahlungen aus den Verträgen zu kommen.

So wurde das Kapital aus den relativ verlustsicheren Verträgen genommen und in riskante und völlig unbeaufsichtigte Geldanlagen investiert. Wie die VZHH erklärt, sei für die neuen Verträge stets eine Nachrangigkeit vereinbart worden, wodurch diese nicht der Finanzaufsicht unterfielen. Für die Anleger hat dies nun zudem den Nachteil, dass ihre Auszahlungsansprüche im Falle der Insolvenz des Unternehmens erst nach den Forderungen aller anderen Gläubiger bedient werden.

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