Solvenz-Analyse: BdV sieht bei PKV-Größen rot

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Der Bund der Versicherten und das Analysehaus Zielke haben die Solvenzberichte von 40 privaten Krankenversicherern untersucht. Ihr Fazit fällt schlecht aus. Es gebe dringenden Handlungsbedarf und deutliche Beitragserhöhungen werden erwartet.

Der PKV-Marktführer Debeka hat in der Solvenz-Analyse des BdV eines der schlechtesten Ergebnisse erzielt.

Der PKV-Marktführer Debeka hat in der Solvenz-Analyse des BdV eines der schlechtesten Ergebnisse erzielt. Bild: Debeka

Eines ist klar: Das neue Eigenkapitalregime Solvency II lässt in der Versicherungsbranche niemanden kalt. Besonders im Fokus stehen die alle drei Monate zu erneuernden Solvenzberichte der Gesellschaften. Im Sommer hatte sich der Bund der Versicherten (BdV) zusammen mit dem Analysten Dr. Carsten Zielke bereits die Berichte der Lebensversicherer vorgenommen – und kam dabei zu einem niederschmetternden Ergebnis. Bei einigen Anbietern hatte das für reichlich Ungemach gesorgt. Nun haben BdV und Zielke auch die Berichte von 40 privaten Krankenversicherern analysiert.

Da sich der BdV für die Interessen der Versicherten einsetzt, standen drei Aspekte aus Kundensicht im Mittelpunkt der Untersuchung. Ist für den Verbraucher erkennbar,

  • ob ein Versicherer die individuellen Risiken nachvollziehbar darstellt?
             
  • ob ein Versicherer für die Zukunft solide aufgestellt ist?
            
  • wie ein Versicherer bei der Prämiengestaltung und Gewinnbeteiligung (z.B. zur Reduktion kurzfristiger Prämienanpassungsrisiken) gegenüber den Kunden handelt?

Um das zu beurteilen wurden 9 Kenngrößen aus den Solvenzberichten untersucht. Anders als bei der Analyse der Lebensversicherer ging es dabei aber weniger um die Brutto- und Nettoquoten der Anbieter.

„Die Solvenzberichte der PKV-Unternehmen haben ihre größte Stärke in Informationen zu den Kapitalanlagen und der Gewinneinschätzung“, so BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein. „Die Solvenz selbst ist von eher geringerem Interesse, da die Versicherer durch Beitragsanpassungen schnell auf schwierige Situationen reagieren können – und das tun sie ja auch regelmäßig zum Leidwesen der Versicherten.“

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Seite 3: Die Gewinner und Verlierer

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