Servicegebühren – Ende der „Kostenloskultur“?

Berater Top News Recht & Haftung von Michael Fiedler

Servicegebühren – Wofür eigentlich?

Welche Leistungen bleiben dann eigentlich noch übrig? Evers nennt beispielsweise Zulassungsservice bei Kfz-Anschaffung und -wechsel, Schadenverhütungsberatung, bevorzugte Terminvergabe oder auch die Einrichtung und Pflege eines virtuellen Versicherungsordners. Auch das Management von Arzt-, Apotheken- und Krankenhausrechnungen können sich Makler bezahlen lassen.
Wichtig ist, dass Art und Umfang der Leistung beschrieben wird und die Zahlungskonditionen in einer gesonderten Vereinbarung festgehalten werden.

Ende der „Kostenloskultur“?

Für Makler bedeutet das Angebot von Servicegebühren eine Umstellung. Zum einen ist bei solchen Leistungen Mehrwertsteuer auszuweisen und abzuführen. Und Leistungen, die Makler bisher „einfach so“ mit angeboten haben, plötzlich mit Gebühren zu belegen, muss man erstmal den Bestandskunden begreiflich machen. Zumal einige Apps von Versicherern solche Leistungen ebenfalls – und weiterhin kostenlos – anbieten. Etwa das Einreichen von Arztrechnungen.

Und als wäre es nicht schwierig genug, bei den Courtage-Sätzen den Überblick zu behalten, müssen sich Makler, die Servicegebühren vereinnahmen, auch selbst um das Inkasso kümmern.

Fazit: Ob sich die Einführung von Servicegebühren lohnt, hängt vor allem vom bisherigen Geschäftsmodell und der Bestandszusammensetzung ab. Wichtig zu wissen: Wer Servicegebühren vereinnahmt, haftet auch für die ordnungsgemäße Erfüllung dieser Services. Zudem sollten Makler unbedingt prüfen, ob der eigene Vermögensschadenhaftpflichtanbieter die Erbringung von Serviceleistungen gegen Gebühr mitversichert.

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