Pflege: technische Hilfsmittel gefragt

Berater von Michael Fiedler

Pflegebedürftige und deren Angehörige wünschen sich mehr technische Hilfsmittel. Auch der Einsatz von Pflegerobotern wird positiv gesehen, wie eine Umfrage vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zeigt.

Roboter Pflege Assistance leistungen

Sind bei Verbrauchern beliebt: Roboter, die in der Pflege eingesetzt werden. Fotolia / funway5400

Hausnotrufsysteme, intelligente Fußböden zur Sturzerfassung, elektronische Medikamentenboxen, Systeme zur Beleuchtungs- und Raumtemperatursteuerung, mobile Aufstehhilfen oder auch Pflegeroboter – die technischen Hilfsmittel zur Unterstützung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen sind keine Zukunftsmusik, sondern längst Wirklichkeit. Doch obwohl vorhanden, spielen digitale Unterstützungsangebote bei der Diskussion um Pflege eine untergeordnete Rolle, kritisiert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). „Es fehlen Beratungsangebote, durch die sich Pflegebedürftige und Angehörige über die technischen Möglichkeiten informieren können“, so Kai Vogel, Gesundheitsexperte des vzbv.

Pflege-Roboter: welche Aufgaben sie übernehmen

Dem Fehlen von Beratung zu den technischen Möglichkeiten steht ein großes Interesse der Verbraucher gegenüber. So zeigte eine forsa-Umfrage im Auftrag des vzbv vom August 2017, dass knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) den Einsatz technischer Hilfsmittel in Pflege befürwortet. 42 Prozent gehen davon aus, dass technische Hilfsmittel sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Qualität der Pflege haben. Nur sechs Prozent rechnen mit überwiegend negativen Folgen.
Noch positiver äußern sich die Befragten zum Einsatz von Pflegerobotern. Nur 15 Prozent der Verbraucher können sich den Einsatz von Pflegerobotern nicht vorstellen. Die Mehrheit der Befragten (68 Prozent) kann sich den Einsatz am ehesten beim Heben und Umlagern von Pflegebedürftigen vorstellen. Aber auch in anderen Lebenssituationen, etwa bei der Einnahme von Medikamenten (32 Prozent), beim Essen (25 Prozent) oder als Beschäftigung und Gesprächspartner (23 Prozent), finden die Befragten Hilfe durch Roboter vorstellbar.

Der vzbv setzt sich dafür ein, dass endlich ein Diskurs über sinnvolle digitale Anwendungen in der Pflege geführt wird. Die Kosten für technische Hilfsmittel, deren Nutzen bestätigt wurde, müssen etwa von Kranken- und Pflegekassen übernommen und Beratungsangebote ausgebaut werden. Das würde pflegebedürftige Verbraucher einen guten Schritt weiter zu einem selbstbestimmten Alltag in den eigenen vier Wänden bringen“, sagt Vogel.

Versicherer in der Pflicht

Auch Versicherer sollten ihre Angebote in dieser Richtung ausbauen. Denn Umfragen zeigen, dass Assistance-Leistungen stark gefragt sind. So erwarten laut Gothaer-Umfrage aus dem September 79 Prozent der Befragten zusätzliche Hilfsangebote wie technische, medizinische oder rechtliche Unterstützung von ihrem Versicherer.

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