Mythen statt Fakten - Warum Deutsche vor Aktien zurückschrecken

Investmentfonds von Martin Thaler

Das Interesse an Aktien bei den Deutschen ist durchaus vorhanden - trotzdem schrecken sie vor einem tatsächlichen Investment meist zurück. Oftmals sind hierfür falsche Vorstellungen verantwortlich.

Beim Thema Aktien schrecken die Deutschen vor einigen Mythen zurück.

Beim Thema Aktien schrecken die Deutschen vor einigen Mythen zurück. Foto: kellepics - Pixabay.de

Studien über das Geldanlageverhalten der Deutschen gibt es viele. Das Ergebnis ist meistens dasselbe: Die Deutschen scheuen das Risiko, viel lieber legen sie ihr Geld auf ein Sparkonto. Das ihr Geld dabei nicht einmal die Inflationskosten erwirtschaften kann – geschenkt. Der Erwerb von Aktien scheint hingegen weit weniger hoch im Kurs zu stehen. Laut Angaben des Deutschen Aktieninstituts besitzt gerade einmal jeder dritte Deutsche über Wertpapiere.  

Doch ganz so einfach gestaltet sich die Sache dann doch nicht, wie eine Studie des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Axa zeigt. Denn das Interesse an Aktien in der deutschen Gesellschaft ist durchaus da: 42 Prozent aller Erwachsenen bezeichneten „eine Geldanlage an der Börse“ als hochinteressant. Bei den Männern ist es sogar mehr als die Hälfte (51 Prozent), während Frauen sich ein wenig zurückhaltender zeigen (34 Prozent).  

Auch zeigte sich die Mehrheit der Deutschen überzeugt, dass Aktienfonds langfristig die besten Chancen für den Vermögensaufbau bieten – 20 Prozent der Befragten äußerten diese Meinung. Immobilienfonds (10 Prozent) und einzelne Aktien (7) folgen, erst auf dem vierten Platz folgt das allseits beliebte Sparbuch (6).   Doch wieso ergreifen die Deutschen diese Chancen dann nicht? Die Studie gibt hier einen Einblick in die Widersprüchlichkeit zwischen Theorie und Praxis.

Denn obwohl die Deutschen weitgehend von der Rentabilität von Aktieninvestment, erklärten auch 58 Prozent, dass eine Geldanlage an der Börse mit unkontrollierbaren Investments einhergehe. 46 Prozent bezeichneten ein Börsen-Investment als genauso riskant wie einen Gang ins Spielcasino.  

Mythen statt Fakten

"Mythen statt Fakten dominieren die Vorstellung von der Börse, weshalb sich die Deutschen viele Chancen verbauen. Insgesamt hat die nun schon Jahre andauernde Niedrigzinsphase aber offenbar ein Umdenken in Deutschland eingeleitet. Nur die Umsetzung der Erkenntnis hakt noch", resümiert Dr. Patrick Dahmen, verantwortlich für das Lebensversicherungsgeschäft im Vorstand der AXA Konzern AG.

So schätzt fast die Hälfte der Deutschen das Risiko, mit Aktien nach 20 Jahren Anlagedauer einen Verlust zu erwirtschaften, als genauso hoch wie die Chance ein, Gewinne zu erwirtschaften. Das Deutsche Aktieninstitut hält dagegen: Seit 1965 hat es keinen einzigen 20-Jahres-Zeitraum mit Verlust für ein Portfolio aus DAX-Aktien gegeben.  

Zur Angst der Deutschen passt, dass die Mehrheit der Deutschen (54 Prozent) zu Aktien-Investments bereit wäre, wenn es eine Garantie für das eingesetzte Kapital gibt. Jeder dritte will sich eine solche Garantie allerdings nichts kosten lassen.  

Um erfolgreich an der Börse zu agieren, bedarf es laut 85 Prozent der Befragten „ein gutes Anlageprodukt. Beinahe genauso wichtig wird „Geduld“ eingeschätzt, gefolgt von „Glück“. Auf letzteres schwören allerdings vor allem ältere Anleger – bei der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen spielte dieser Faktor nur für 15 Prozent eine Rolle.  

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