Kfz: Geizen Huk-Coburg und Allianz im Schadenfall?

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Beim Blick auf den Marktdurchschnitt in der Kfz-Haftpflichtversicherung zeigt sich, dass die Branche in den letzten fünf Jahren im Schnitt eine Combined Ratio von 99,7 Prozent erzielt und damit ziemlich genau ihre Kosten gedeckt hat. Gegenüber 2015 (98,8 Prozent) rutschte sie in 2016 (100,5 Prozent) auch erneut in die Verlustzone. Zudem stiegen in den vergangenen beiden Jahren die Schadenaufwendungen stärker an als die Beitragseinnahmen. Von einer Tendenz zu branchenweiten Leistungskürzungen und -zurückweisungen zeugen diese Zahlen also zunächst einmal nicht.

Minustrend bei Anbietern

Einen Negativtrend weisen auch die Zahlen der Huk aus. In der gesamten Kfz-Sparte stieg die Combined Ratio von 97,4 Prozent in 2015 auf 101 Prozent in 2016. 

In der Kfz-Haftpflichtversicherung, die alleine fast 

die Hälfte der gesamten Komposit-Einnahmen der Huk ausmacht, stieg die Netto-Schadenquote von 92,4 auf 97 Prozent.

Dies begründete der Coburger Versicherer vor allem mit der Verteuerung von Fahrzeugteilen. Da die Teile zunehmend mehr Sensoren und andere Technik enthalten, könnten die Schadenkosten dafür sogar noch bis ins Jahr 2035 weiter steigen. Das hatte kürzlich auch der GDV angeprangert und auf eine Kostensteigerung deutlich oberhalb der Inflationsrate verwiesen.

Bei der Allianz wuchsen die Beitragseinnahmen in der Kfz-Haftpflichtversicherung von 2015 auf 2016 um weniger als ein Prozent. Gleichzeitig mussten die Münchener in diesem Bereich aber 15,1 Prozent mehr für Schäden ausgeben (+208 Mio. Euro). Begründet wurde diese Entwicklung seitens der Allianz unter anderem mit einer Höherreservierung für lang laufende Personenschäden.

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