Kfz: Geizen Huk-Coburg und Allianz im Schadenfall?

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Eine Befragung von über 1.000 Anwälten für Verkehrsrecht offenbart große Unzufriedenheit mit der Schadenregulierung von Kfz-Versicherern. Vor allem Huk-Coburg und Allianz stehen am Pranger. Machen die Branchengrößen die K-Sparte zu ihrem Goldesel?

Die befragten Verkehrsrechtsanwälte bemängeln unter anderem, dass die Schadenbearbeitung vor allem bei den Branchengrößen häufig sehr lange dauert.

Die befragten Verkehrsrechtsanwälte bemängeln unter anderem, dass die Schadenbearbeitung vor allem bei den Branchengrößen häufig sehr lange dauert. Bild: geraldoswald62/Pixabay

Das Regulierungsverhalten der deutschen Kfz-Haftpflichtversicherer hat sich in den vergangenen fünf Jahren deutlich verschlechtert. Das behauptet der Großteil (72 Prozent) von 1.072 Verkehrsrechtsanwälten, die im Rahmen einer neuen Forsa-Studie befragt wurden. Das Magazin Stern berichtet in seiner heutigen Ausgabe ausführlich darüber.

Lediglich vier Prozent der Befragten erkennen Verbesserungen bei der Schadenregulierung. Verschlechtert haben sich aus ihrer Sicht hingegen besonders die Bearbeitungszeiten. Die Kunden müssten zunehmend länger auf Antworten zu ihren Schadenmeldungen warten. Dabei würden auch ganz bewusst Verzögerungstaktiken von Seiten der Versicherer angewandt, was die Anwälte entschieden kritisieren. Nicht zuletzt hätten die Juristen eine Häufung von, wie es heißt, meist unberechtigt erscheinenden Leistungskürzungen und -zurückweisungen erkannt.

Marktführer in der Kritik

Die größten Übeltäter sind laut den Anwälten auch gleichzeitig die größten Anbieter auf dem Markt für Kfz-Versicherungen: Die Huk-Coburg (11,2 Millionen versicherte Kfz-Risiken) und die Allianz (7,1 Millionen). Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass es bei der Huk häufig Probleme bei der Regulierung von Haftpflichtschäden gebe. Bei der Allianz seien es 44 Prozent (Mehrfachnennungen möglich). Zum Vergleich: Bei der Gothaer berichten nur 9 Prozent von häufigen Problemen. Unangemessen lange Bearbeitungszeiten sehen 50 Prozent der befragten Anwälte bei der Allianz. Dahinter folgt die Huk (36 Prozent).

Gegenüber dem Stern bemängelt der GDV an der Forsa-Umfrage, dass sich die Aussagen der Anwälte nur auf ihre Erfahrungen mit unzufriedenen Kunden stützen würden. Jörg Elsner, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein, hält dagegen. Er hat die Umfrage in Auftrag gegeben und verweist auf die Allgemeingültigkeit der Ergebnisse: „Der Geschädigte kann nicht darauf vertrauen, dass ihm freiwillig das gezahlt wird, was ihm zusteht."

Wenig überraschend stehen sich hier also unterschiedliche Meinungen gegenüber. "Unsere Kunden beschweren sich seltener als marktüblich, und wir führen seltener Prozesse mit Kunden oder Anspruchstellern", wird Huk-Sprecher Holger Brendel im Stern zitiert. Wie das Magazin erklärt, wollte sich die Allianz dazu nicht äußern.

Aber welche Sprache sprechen eigentlich die konkreten Zahlen der Versicherer? procontra hat sich diese einmal angeschaut.

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