Getsafe: Überschüsse für die Wohlfahrt

Versicherungen von Florian Burghardt

Sollte der vereinnahmte Risikobeitrag am Ende des Geschäftsjahres die Schadenkosten übersteigen, gehen diese Überschüsse an wohltätige Zwecke. Welche das genau sein werden, das sollen die Kunden selbst bestimmen. Getsafe will die Kunden in Peer-Groups zusammenlegen, die jeweils denselben guten Zweck ausgewählt haben. Betrachtet werden soll dann nicht die gesamte Schadenstatistik, sondern nur die einzelnen Peer-Groups. Haben diese Überschüsse erzielt, wird gespendet.

„Wir glauben, dass dieses Modell das Potential hat eine neue, technologiebasierte und langfristig überlegene Generation an Versicherungsunternehmen hervorzubringen“, so Wiens gegenüber procontra. Getsafe setzt mit seinem Modell insbesondere auf Kunden, die Wert auf Fairness legen. Da das Geld für einen guten Zweck gespendet werden soll, erwartet das Unternehmen auch weniger Betrugsfälle und damit eine systematisch niedrigere Schadenquote als der Marktdurchschnitt, heißt es.

Kritik an traditionellen Versicherern

Trotz mehrerer angebotener Sparten will Getsafe als Versicherer einen kundenzentrischen Ansatz verfolgen, so Wiens. Dabei hilft, dass alle abgeschlossenen Deckungen eines Kunden in einer Master-Police zusammengefasst werden. Dadurch werden auch keine Schadenquoten pro Sparte ermittelt, sondern pro einzelnem Kunde. So wiederum lassen sich die Schadenquoten der einzelnen Peer-Groups berechnen.

Per se defizitäre Versicherungsprodukte will man bei Getsafe nicht entwickeln und vertreiben. Das Problem solcher Verlust-Sparten sieht Wiens aber bei traditionellen Versicherern und spart nicht an Kritik: „Das Hauptproblem sind in der Regel zu hohe Verwaltungskosten. Wir haben für unsere Produkte ein komplett neues Mehrsparten-Verwaltungssystem gebaut, welches 100 Prozent Automation zulässt.“

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