Getsafe: Überschüsse für die Wohlfahrt

Versicherungen von Florian Burghardt

Der Digitalmakler Getsafe will Versicherer werden und einen Teil seiner Gewinne spenden. Damit wandelt das Insurtech auf den Spuren des US-Vorreiters Lemonade. Wie das Konzept genau funktionieren soll, hat procontra bei CEO Christian Wiens erfragt.

Setzen auf ehrliche Kunden und niedrige Schadenquoten: Die Getsafe-Gründer Marius Blaesing (links) und Christian Wiens.

Setzen auf ehrliche Kunden und niedrige Schadenquoten: Die Getsafe-Gründer Marius Blaesing (links) und Christian Wiens. Bild: Getsafe

Bei dem Wort InsurTech kommen Gedanken an modernste technische Abläufe, innovative Ideen und vielleicht sogar eine Revolution der Versicherungsbranche auf. Dass aber nicht wenige der jungen Unternehmen mit ihren Konzepten gescheitert sind, hatte erst in diesem Jahr eine großangelegte Studie gezeigt. Darin hieß es auch: „Eine zweite Welle erheblich besser aufgestellter InsurTechs wird kommen – mit mehr Branchenwissen und intelligenteren Ansätzen.“

Einer dieser Ansätze könnte sein, erzielte Gewinne aus Kostenüberschüssen und guten Schadenverläufen für karitative Zwecke zu spenden. Auf diesem Wege könnten Versicherungen ihr Image vom notwendigen Übel hin zum erfreulichen Gemeinwohl entwickeln, schreibt Christian Wiens, CEO des InsurTechs Getsafe, in seinem Blog.

Auf Lemonade‘s Spuren

Getsafe hat als digitaler Versicherungsmakler begonnen und wird nun zusätzlich auch als Versicherer tätig. Mit der Munich Re wurde kürzlich ein Risikoträger gefunden, der den Multiline-Ansatz von Getsafe – es sollen Kranken-, Leben- und Nicht-Leben-Produkte angeboten werden – ermöglicht. Wie Wiens nun mitteilt, sollen sämtliche Gewinne, die aus besonders gutem Schadensverhalten resultieren, gespendet werden.

Zur Deckung seiner eigenen Kosten und für kalkulierte Gewinne will Getsafe fixe Gebührensätze zugrunde legen, beispielsweise 20 Prozent der Prämie in der Haftpflichtversicherung. Damit erinnert das Konzept stark an den Vorreiter aus den USA, den Digitalversicherer Lemonade, an dem auch die Allianz beteiligt ist.

„Zu den fixen Gebühren in den anderen Sparten machen wir noch keine Aussage, diese fallen natürlich entsprechend geringer aus“, erklärte Wiens auf procontra-Nachfrage. Wie er weiter mitteilt, sind „natürlich auch marktübliche Risikokosten, wie auch Kosten für die Rückversicherung in der Prämie einkalkuliert.“

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