Fubus: Erste Zahlungen für Anleger

Sachwerte von Martin Thaler

Nach einem langen Rechtsstreit hat nun der Bundesgerichtshof den Weg frei gemacht für erste Abschlagszahlungen. Sonderlich viel dürfen die zahlreichen Geschädigten allerdings nicht erwarten.

Einiger Anleger der insolventen Infinus-Gruppe sollen nun erstes Geld erhalten.

Einiger Anleger der insolventen Infinus-Gruppe sollen nun erstes Geld erhalten. Foto: dpa

Seit zwei Jahren läuft der Prozess, vor vier Jahren flogen die Geschäfte der Infinus-Gruppe auf, doch nun gibt es endlich erfreuliche Nachrichten für die Anleger. Zumindest für manche. Insgesamt rund 28.000 geschädigte Anleger der Future Business KGaA (im Infinus-Geflecht agierte die Fubus als Mutterhaus) dürfen im kommenden Jahr erstmals mit einer Abschlagszahlung rechnen.

Insgesamt fünf bis sechs Prozent ihrer Forderungen sollen die geprellten Anleger erhalten, berichtete Insolvenzverwalter Bruno Kübler laut einem Bericht der „Dresdner Neueste Nachrichten“. Insgesamt habe Kübler es bisher geschafft, rund 150 Millionen Euro aus der Insolvenzmasse herausziehen – die tatsächliche Schadenssumme wird aber auf weit über eine Milliarde Euro geschätzt.  

Der Abschlagszahlung ist jedoch ein langer Rechtsstreit vorausgegangen. Hierbei hatte sich ein Anleger juristisch gegen die Bestellung eines „Gemeinsamen Vertreters“ in einer Gläubigerversammlung gewehrt. Konkret ging es dabei um eine Gläubigerversammlung im Mai 2014. Hierbei war zusammen mit den Einladungen zu dieser Veranstaltung bereits eine Vollmacht für einen Rechtsanwalt verschickt worden, ohne dass dabei aus Sicht des Klägers  klargestellt wurde, dass besagter Anwalt selbst als Gemeinsamer Vertreter kandidiere.  

Dieses Vorgehen beschäftigte daraufhin die Gerichte, was die Abschlagszahlungen verhinderte. Nachdem das OLG Dresden besagtes Verfahren noch für ungültig erklärt hatte, hob nun der Bundesgerichtshof (Az: IX ZR 260/15) das Urteil des Dresdener Gerichts auf, bestätigte Rechtsanwalt Christian Glöckner als Gemeinsamen Vertreter und machte somit den Weg frei für die nun anstehende Abschlagszahlung.  

Prozess geht ins dritte Jahr

Derzeit läuft am Landgericht Dresden noch der Prozess gegen den Fubus-Gründer und vier leitende Angestellte wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs im besonders schweren Fall sowie Kapitalanlagenbetrugs. Ein weiterer Angeklagter muss sich wegen Beihilfe verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft diesen vor, ein „Schneeballsystem“ betrieben zu haben und damit 22.000 Anleger um rund 312 Millionen Euro betrogen zu haben. Die tatsächliche Zahl der betrogenen Anleger wird jedoch weitaus höher geschätzt.  

Fubus soll dabei Oberschuldverschreibungen und Nachrangdarlehen mit weit übertriebenen Renditeversprechen vertrieben haben. Diese Versprechen konnten nur mit Geld neuer Anleger bedient werden. Um Gewinne vorzutäuschen, hätten die 22 Unternehmen der Infinus-Gruppe miteinander Luftgeschäfte betrieben, so dass sie vermeintliche Gewinne verbuchen konnten.  

Mit einem Ende des Prozesses wird laut Nachrichtenagentur dpa erst im kommenden Jahr gerechnet.

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