Altersvorsorge: Warum Makler am 34f nicht vorbeikommen

Berater Top News von Stefan Terliesner

Die Ausführungen zeigen: An Aktien und Aktienfonds kommt ein Makler kaum ran. Er darf nur Versicherungsanlageprodukte – also Fondspolicen mit Aktienkomponente - an die Frau oder den Mann bringen. Und für die Vermittlung von Einzelaktien müsste er unter das Haftungsdach eines Finanzdienstleistungsinstituts nach § 32 KWG schlüpfen.

Ein Makler kann zwar auch selber eine Erlaubnis gemäß § 32 KWG erlangen, das sei in der Regel aber nicht notwendig, meint Rechtsexperte Evers. Auch sein Fachkollege Wirth hält eine eigene 32 KWG-Erlaubnis wegen der damit verbundenen Kosten für nicht sinnvoll: „Für Einzelkämpfer ist das garantiert nichts.“  

Vermögensschadenshaftpflicht anpassen

Angesichts der Bedeutung von Aktienanlagen stellt sich für einen Makler die Frage, warum er nicht ergänzend eine Zulassung als Finanzanlagenvermittler nach § 34 f GewO erwirbt, denn dann dürfte er Investmentfonds beibringen. Laut Maklerverband VDVM ist das „problemlos möglich“. Wichtig sei: „Die Vermögensschadenshaftpflichtversicherung des Maklers muss angepasst werden.“ Das sollte machbar sein.

Um juristisch sauber aufgestellt zu sein, betont Wirth: „Wenn es um die unabhängige Beratung und Vermittlung von Aktienfonds geht, kommt ein Makler am 34 f nicht vorbei.“ Auch Evers hält die Kombination 34 d und 34 f für sinnvoll und in der Regel ausreichend.  

Fazit: Versicherungsmakler gemäß § 34 d GewO, die schwerpunktmäßig in Sachen Altersvorsorge unterwegs sind, sollten ihr Dienstleistungsangebot und ihre Kenntnisse um die Vermittlung von Investmentfonds erweitern, um sich in Zukunft auch Finanzanlagenvermittler gemäß § 34 f GewO nennen zu können.

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