Altersvorsorge: Die Widersprüche der "Generation Mitte"

Versicherungen von Martin Thaler

Der Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen geht es materiell so gut wie nie. Wenn es um das Thema Altersvorsorge geht, erscheinen einige Aussagen der "Generation Mitte" allerdings widersprüchlich.

Beim Thema Altersvorsorge erscheinen die Auffassungen der Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen teils widersprüchlich.

Beim Thema Altersvorsorge erscheinen die Auffassungen der Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen teils widersprüchlich. Foto: LoggaWiggler - Pixabay.de

Sie gelten als Leistungsträger der deutschen Gesellschaft: Angehörige der „Generation Mitte“, die Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen. Sie erwirtschaften über 80 Prozent der steuerpflichtigen Einkünfte und stellen 70 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland.  

Angesichts solcher Zahlen ist es wenig verwunderlich, dass diese Gruppe für die deutsche Versicherungswirtschaft besonders interessant. Schließlich ist es diese Altersgruppe, die  ihre Leistungskraft absichern möchte bzw. die finanziellen Mittel dazu hat, für ihr Alter vorzusorgen.  

Und der besagten „Generation Mitte“ geht es anscheinend so gut wie möglich, wie nun eine Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Versicherungsverbandes GDV ergibt, für die insgesamt 1.053 Personen befragt wurden.  

Die überwältigende Mehrheit, 79 Prozent um genau zu sein, umschrieb die eigene Lebensqualität mit gut bzw. sogar sehr gut – das waren vier Prozent mehr als noch im Vorjahr. 40 Prozent erklärten, dass sich ihre Lebensqualität in den vergangenen fünf Jahren verbessert habe – nur 17 Prozent stellten eine Verschlechterung fest.  

Weniger Sorgen ums Alter

Ursächlich hierfür dürfte auch die verbesserte finanzielle Situation sein. Gleich ein Drittel (34 Prozent) der Befragten gab an, dass sich ihre finanzielle Situation in den vergangenen fünf Jahren verbessert habe, bei nur 17 Prozent lief es andersrum. Sorgen um den derzeitigen Lebensstandard machen sich dementsprechend nur 34 Prozent, 2016 waren es noch sechs Prozent mehr gewesen.  

Auch das Leben im Ruhestand verliert für viele Befragte an Schrecken – allen Warnungen um eine zunehmende Altersarmuts-Gefahr zum Trotz. 50 Prozent der 30- bis 59-Jährigen gaben noch an, sich um ihre Lebensqualität im Alter zu sorgen. 2016 sorgten sich indes noch 60 Prozent.   

An dieser Stelle fangen die Angaben der Befragten schließlich an, widersprüchlich zu werden. Denn beim Thema Rente sieht dann doch die Mehrheit eher schwarz. Denn knapp 60 Prozent der Befragten bezeichneten das Rentensystem als Schwäche Deutschlands – eine Bewertung, die nicht unbedingt auf einen unerschütterlichen Glauben an die gesetzliche Rente schließen lässt.  

Volle Taschen, dennoch kein Geld

Einen Widerspruch lässt auch die Fragestellung nach der privaten Altersvorsorge erkennen. Denn obwohl es den 30- bis 59-Jährigen materiell so gut geht wie nie zuvor, scheint für das Thema Vorsorge weiterhin die Luft zu fehlen. 62 Prozent der Nicht-Vorsorgenden begründeten dies mit einem fehlenden finanziellen Spielraum.

Bei den Wünschen für eine Verbesserung des bestehenden Systems nannten dann auch 58 Prozent der Befragten eine stärkere Förderung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge. Eine solche war erst jüngst über das Betriebsrentenstärkungsgesetz erfolgt, das beispielsweise die Grundzulagen bei der Riester-Rente erhöhte.  

Mehr Fürsprecher findet indes nur der Vorschlag, alle Berufsgruppen in die gesetzliche Rente einzahlen zu lassen: 71 Prozent der Befragten befürworteten dies. Weniger gut kommen indes ein staatlich vorgegebenes Produkt für die private Altersversorgung (39 Prozent), die Gründung eines staatlichen Rentenfonds (28), eine Pflicht zur privaten Vorsorge (16), die Erhöhung der Rentenbeiträge (13) oder des Renteneintrittsalters (7) an.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare