3,5 Millionen erschlichen: Bewährungsstrafen für Vermittler

Panorama von Florian Burghardt

Vier Vermittler sollen über 1.000 Lebensversicherungsverträge fingiert und damit rund 3,5 Millionen Euro an Provision ergaunert haben, so die Anklage. Nun endete der Prozess vor dem Landgericht Schweinfurt aufgrund von Geständnissen vorzeitig.

Weil die Angeklagten über ihre fingierten Vertragsabschlüsse ausgepackt haben, kam es zu dem "Deal" und den Bewährungsstrafen.

Weil die Angeklagten über ihre fingierten Vertragsabschlüsse ausgepackt haben, kam es zu dem "Deal" und den Bewährungsstrafen. Bild: Alexas_Fotos/Pixabay

In dem Prozess um vier Versicherungsvermittler, die mehrere Gesellschaften um rund 3,5 Millionen Euro Provision betrogen haben sollen, hat es eine Entscheidung gegeben. Die Beschuldigten aus dem Raum Schweinfurt wurden vom dortigen Landgericht zur Bewährungsstrafen zwischen 16 Monaten und zwei Jahren verurteilt. Das berichten mehrere prozessbegleitende Medien übereinstimmend. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. 

Möglich gemacht habe den schnellen Verfahrensabschluss und das letztendliche Strafmaß eine Einigung aller Prozessbeteiligten im Vorfeld. Ansonsten hätte sich das Verfahren voraussichtlich noch über mehrere Monate hingezogen, heißt es. In über 1.000 Fällen hätten Beweise gesammelt und Zeugen gehört werden müssen.

Entscheidend für den „Deal“ waren umfassende Geständnisse der Angeklagten, allesamt Quereinsteger in die Branche. Sie gaben zu, sich den Millionenbetrag zwischen Mai 2006 und Juli 2009 mit fingierten Abschlüssen von Lebensversicherungen erschlichen zu haben.

Wie die dpa berichtet, sei das Modell der Männer folgendermaßen aufgebaut gewesen: Zunächst hätten sie Kunden mit einer beitragsfreien Zeit zum Vertragsabschluss bewogen und in dieser Zeit die Beiträge selbst gezahlt. Nach Ablauf dieser beitragsfreien Zeit hätten viele Kunden ihre Verträge storniert. Die Provisionen seien zu diesem Zeitpunkt aber schon größtenteils an die Angeklagten geflossen, heißt es. Inwiefern in diesem Fall die Stornohaftung eine Rolle gespielt hat, wird nicht berichtet.  

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