2018: Rentenbeitrag sinkt

Berater Top News von Michael Fiedler

Der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung 2018 wird sinken. Das geht aus dem am 22. November beschlossenen Rentenversicherungsbericht 2017 hervor. Ebenfalls darin: Angaben über die Einkünfte von Renten-Empfängern. Wer besonders auf die Einkünfte aus der gesetzlichen Rentenversicherung angewiesen ist.

Dr. Katarina Barley Rentenversicherungsbericht 2017

Die Rente müsse auch für jene verlässlich bleiben, die eingezahlt, aber nicht so viel verdient haben, so Dr. Katarina Barley. "Hier sind in den kommenden Jahren mutige Entscheidungen gefragt." Bild: Stephan Persch / dpa

Bis Deutschland eine neue Regierung hat, werden die Ministerien kommissarisch von der Vorgängerregierung weitergeführt. In dieser Funktion stellte Dr. Katarina Barley, die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales leitet, den Rentenversicherungsbericht 2017 (PDF) vor, der vom Bundeskabinett beschlossen wurde.

Beitragseinnahmen gestiegen

Dem Bericht zufolge, sind die Beitragseinnahmen allein bis Oktober 2017 um rund 4,4 Prozent gestiegen. Bis Jahresende soll eine Nachhaltigkeitsrücklage in Höhe von 32,9 Mrd. Euro gebildet sein, heißt es im Bericht. Das entspräche 1,59 Monatsausgaben der Deutschen Rentenversicherung. Bliebe der Beitragssatz unverändert bei 18,7 Prozent, würde die Rücklage auf 1,61 Monatsausgaben anwachsen – die gesetzliche Obergrenze von 1,5 Monatsausgaben wäre überschritten.

Beitragssatz muss sinken

Aufgrund der erwarteten Überschreitung muss der Beitragssatz zum 01. Januar 2018 gesenkt werden. Doch kein Grund, sich an sinkende Beiträge zu gewöhnen. Klar ist schon jetzt, dass der Beitragssatz wieder steigen wird – schrittweise: auf über 20,1 Prozent im 2025, 21,6 Prozent im Jahr 2030 und schließlich 21,9 Prozent im Jahr 2031. Das steht natürlich unter Vorbehalt und könnte – je nach wirtschaftlicher Entwicklung – auch schneller gehen.

Drohende Altersarmut

Auch die anhaltende Diskussion um drohende Altersarmut könnte durch den Rentenversicherungsbericht 2017 neue Argumente bekommen. Richtigerweise wird im Rentenbericht darauf verwiesen, dass Bezüge  aus der gesetzlichen Rente nur einen Teil der jeweiligen Alterseinkünfte darstellen. „Niedrigere Renten in der Statistik der Versicherungsträger sagen nur wenig über das Nettoeinkommen der Rentnerinnen und Rentner aus“, heißt es im Bericht. Als geeignete Datenbasis nennt der Bericht die repräsentative Studie „Alterssicherung in Deutschland (ASID)“, die TNS Infratest Sozialforschung zuletzt 2015 im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales durchgeführt hat. Demnach betrug das monatliche Nettoeinkommen in Rentnerhaushalten mit einer Bezugsperson ab 65 Jahren im Jahr 2015:

  • 2 572 Euro bei Ehepaaren (West)
  • 1 593 Euro alleinstehende Männer (West)
  • 1 422 Euro alleinstehende Frauen (West)
  • 2 257 Euro bei Ehepaaren (Ost)
  • 1 389 Euro alleinstehende Männer (Ost)
  • 1 370 Euro alleinstehende Frauen (Ost)

Frauen im Osten besonders auf gesetzliche Rente angewiesen

Bei der Zusammensetzung des Volumens der Bruttoeinkommen wird deutlich, dass besonders alleinstehende Frauen aus dem Osten Deutschlands auf die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung angewiesen sind.

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