Rürup-Rente: Forscher bemängelt hohe Kosten

Versicherungen von Martin Thaler

Die Kosten für Provision und Verwaltung fressen einen Großteil der Rendite bei der Rürup-Rente auf, rechnet ein Chemnitzer Professor vor. Der Kunde ahnt hiervon meist nichts - die Angaben in den Produktinformationsblättern gehen in die falsche Richtung.

Der Ökonom Bert Rürup, mit dessen Namen oftmals die Basis-Rente verknüpft wird.

Der Ökonom Bert Rürup, mit dessen Namen oftmals die Basis-Rente verknüpft wird. Foto: procontra

Wer privat für sein Leben im Alter vorsorgen möchte, dem stehen diverse Möglichkeiten zu Verfügung. Die Riester-Rente, die betriebliche Altersvorsorge, eine private Rentenversicherung etc. Seite 2005 gibt es zudem die Basis-Rente, die auch oft unter dem auf den Ökonomen Bert Rürup zurückgehenden Namen Rürup-Rente bekannt ist.  

Diese Vorsorgeform ist dabei immer wieder im Fokus der Kritik. Bemängelt wurde unter anderem vom Rechtsanwalt Johannes Fiala, dass die sogenannte Rürup-Rente weder pfändungsgeschützt noch zur gesicherten Altersvorsorge geeignet ist. Nun meldet sich laut einer Meldung des „Spiegel“ der Chemnitzer Finanzwissenschaftler Friedrich Thießen (TU Chemnitz) mit Kritik zu Wort.  

Dieser bemängelte, nachdem er rund ein Dutzend Verträge untersucht hatte, die hohen Kosten für Provisionen, laufende Verwaltung und Management, die einen großen Teil der Rendite auffressen würden. Thießen rechnet vor, dass ein Sparer, der 35 Jahre lang 200 Euro pro Monat einzahle und dabei eine jährliche Rendite von sechs Prozent erziele, bei einem typischen Anbieter rund 105.000 Euro. Somit würden 38 Prozent des angesparten Endwerts der Anlage durch Kosten aufgezehrt, rechnet der Spiegel vor.  

Dem Kunden sei dies allerdings in den seltensten Fällen klar, moniert Thießen die neuen Produktinformationsblätter. Dies geben nämlich nur Effektivkosten an – also nur die Prozentpunkte, um die sich die Rendite pro Jahr verringert. Eine Angabe, dessen wirkliche Bedeutung wohl nur den wenigsten Kunden klar sein dürfte, moniert Thießen.  

Über die Vorteile und Nachteile der Rürup-Rente hatte procontra bereits vor einiger Zeit berichtet.

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