Rente: Den Jungen fehlen monatlich 800 Euro

Investmentfonds Top News von Martin Thaler

Wer sich als jüngerer Mensch nur auf die gesetzliche Rente verlässt, muss später beim Lebensstandard empfindliche Einschnitte vornehmen. Dies zeigt eine neue Studie und illustriert, was betriebliche und private Vorsorge für Auswirkungen auf die Rente haben können.

Hält private Vorsorge grade für junge Menschen unabdingbar: Studienleiter Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen.

Hält private Vorsorge grade für junge Menschen unabdingbar: Studienleiter Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen. Foto: Union Investment

Wenn junge Menschen sich nur auf ihre gesetzliche Rente im Alter verlassen wollen, müssen sie im Alter deutliche Abstriche bei ihrem Lebensstandard machen. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Vorsorgeatlas, den Ökonomen der Universität Freiburg im Auftrag von Union Investment erstellt haben.  

Wer seinen Lebensstandard indes halten will, benötigt pro Monat weitere 800 Euro, führen die Forscher aus. Das heißt: Sie müssen betriebliche und/oder private Altersvorsorge betreiben.  

Damit unterscheiden sich die heute 20- bis 34-Jährigen deutlich von der Gruppe der 50- bis 65-Jährigen: Die Ersatzquote, also der Anteil ihres Bruttoeinkommens, der mittels gesetzlicher Rente ersetzt werden kann, liegt bei den 50- bis 65-Jährigen bei 64,1 Prozent. Bei der Altersgruppe der 20- bis 34-Jährigen sinkt diese Quote allerdings bereits auf 38,6 Prozent. Um den eigenen Lebensstandard im Alter halten zu können, gehen die Forscher von einer Ersatzquote in Höhe von 60 Prozent aus.  

Hierbei gibt es allerdings regionale Unterschiede in Deutschland, die abhängig sind von der Höhe der Gehälter und der Beitragsmessungsgrenze in der GRV (siehe Grafik).  

Allerdings kommen die Forscher zu dem Schluss, dass durch betriebliche bzw. private Vorsorge der Lebensstandard gehalten werden kann – diese sich also für den Kunden rentiert. „Die Zahlen belegen die Stabilität des Vorsorgesystems über drei Schichten. [Schicht 1: Basisversorgung; Schicht 2: Zusatzversorgung; Schicht 3: Kapitalanlagen] Grundlegende Veränderungen sind nicht erforderlich“, betonte Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen, der die Studie geleitet hatte.

So sei unter Einbeziehung der zweiten und dritten Säule eine Ersatzquote von rund 83 Prozent möglich, rechnen die Forscher vor. „Entscheidend ist, dass die Möglichkeiten insbesondere der privaten Vorsorge genutzt werden. Wer das beherzigt, ist im Alter gut versorgt, gibt sich Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender bei Union Investment überzeugt.  

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