Ministerium konkretisiert Weiterbildung für Vermittler

Berater IDD von Martin Thaler

IDD-Umsetzung: Der Referenten-Entwurf zur Umsetzung der IDD ist veröffentlicht worden. Auf der DKM diskutierten u.a. Norman Wirth (AfW) und Prof. Beenken den Entwurf. Was sie davon hielten und wie es mit "gut beraten"-Punkten weitergeht.

Norman Wirth IDD Umsetzung

Wie es nach der IDD-Umsetzung mit "gut beraten"-Ounkten weitergeht, erklärte Norman Wirth (AfW) auf der DKM. Mit im Bild: Matthias Glesel (IGVM; vorn links) und Matthias Hundt (Chefredakteur procontra) Bild: procontra-Archiv

Das Bundeswirtschaftsministerium hat in dieser Wochen einen Referentenentwurf zur Versicherungsvermittlungsverordnung vorgelegt – der Verordnung, die die Details im Bezug auf das IDD-Umsetzungsgesetz festlegen soll, beispielsweise für das Thema Weiterbildung. Der Referentenentwurf, der derzeit bei den Verbänden zur Stellungnahme liegt, sei allerdings noch nicht mit den anderen Ministerien, etwa dem Ministerium für Verbraucherschutz und Justiz, abgestimmt, stellte Rechtsanwalt Norman Wirth im Rahmen einer Diskussionsrunde auf der diesjährigen DKM fest. Ein ungewöhnlicher Vorgang – in der Regel wird den Verbänden ein bereits unter den Ministerien abgestimmter Entwurf vorgelegt.  

Gut möglich also, dass die Verbände noch einmal zur Stellungnahme gebeten werden, wenn die anderen Ministerien den Entwurf entsprechend überarbeitet haben. Ein Umstand, der Wirth daran zweifelt lässt, dass die Durchführungsverordnung noch rechtzeitig, wie vorgesehen, zum 23. Februar 2018 in Kraft treten kann – schließlich muss sie auch noch Bundestag und Bundesrat passieren.

Inhaltlich sieht Wirth mit der Verordnung keine weiteren bösen Überraschungen auf die Versicherungsvermittler zukommen. Der Schwerpunkt liege klar auf dem Thema Weiterbildung. Der jährliche Weiterbildungsumfang bleibt bei 15 Stunden. Sollte - entgegen der Erwartungen von Wirth - die Verordnung am 23. Februar kommenden Jahres in Kraft treten, würde für 2018 eine anteilige Weiterbildungspflicht von 12,5 Stunden bestehen. Verschiebt sich das Inkrafttreten nach hinten, sinkt entsprechend die Weiterbildungspflicht für das kommende Jahr. „Gut beraten“-Punkte könnten nicht angerechnet werden, erklärte der Berliner Anwalt. „Alles wird auf Null gesetzt.“

Keine Ausnahmen bei Weiterbildung

Ausnahmen bei der Weiterbildungspflicht, beispielsweise wenn der Makler in Elternzeit geht, soll es nicht geben. „Denn die Weiterbildung dient dem Verbraucherschutz und erscheint daher besonders erforderlich, wenn z.B. keine praktische Vermittlungs- oder Beratungstätigkeit ausgeübt wurde“, heißt es in der Verordnung. Lediglich Vermittler, die ihre Tätigkeit nach dem 30. September aufnehmen, sind für das entsprechende Kalenderjahr vom Nachweis ihrer Weiterbildungsbemühungen befreit.

Auch Mitarbeiter müssen sich weiterbilden

Auch wenn sich die Versicherungsvermittlerverordnung verschieben sollte – Vermittler sollten sich nichtsdestotrotz mit der IDD und den hiermit verbundenen Folgen frühzeitig auseinandersetzen, mahnte Dr. Matthias Beenken, Professor an der Fachhochschule Dortmund. Schließlich seien von der Weiterbildungspflicht nicht nur die Makler selbst, sondern alle Mitarbeiter, die die Vermittlung vorbereiten bzw. in der Schadenabwicklung tätig sind, betroffen.
Hier sollte frühzeitig geprüft werden, ob die entsprechenden Mitarbeiter über eine Erstqualifikation verfügten – diese sei gegebenenfalls nachzuholen. Danach sollte geschaut werden, so Beenken, welche Weiterbildungen für welchen Mitarbeiter sinnvoll seien.
Der Makler selbst kann diese Überlegungen mit der Erstellung eines Personalentwicklungssystems verbinden. In diesem kann er planen, wie sich seine Mitarbeiter am besten entwickeln können, wer neue Fachgebiete erschließen kann und wer sich womöglich als auch potenzieller Nachfolger aufbauen könnte. „Schließlich haben viele Makler Probleme, einen Nachfolger zu finden.“

Insgesamt herrschte auf der DKM der Tenor, dass die IDD – gerade auch bedingt durch das Thema Weiterbildung – für die Vermittler die Chance zur weiteren Professionalisierung biete.

Den vollständigen Referentenentwurf finden Sie hier

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