Leben-Run-off: Ergo droht Ärger mit Belegschaft

Versicherungen von Florian Burghardt

Die Ergo prüft einen Verkauf von sechs Millionen Leben-Verträgen. Dabei sollten diese eigentlich intern abgewickelt werden. Nun formiert sich, Medienberichten zufolge, dagegen ein Wiederstand innerhalb der Belegschaft.

Gegen die Verkaufspläne für den klassischen Leben-Bestand wollen sich nun einige Ergo-Mitarbeiter auflehnen.

Gegen die Verkaufspläne für den klassischen Leben-Bestand wollen sich nun einige Ergo-Mitarbeiter auflehnen. Bild: Ergo

Ende September war bekannt geworden, dass die Ergo einen möglichen Verkauf ihres Leben Vertragsbestands prüft. Konkret geht es dabei um rund sechs Millionen Verträge der früheren Marken Hamburg-Mannheimer und Victoria-Versicherung.

Gegen einen Verkauf, also einen externen Run-off, scheinen sich nun aber die Mitarbeiter der Ergo Group aufzulehnen. So habe am Freitag der Betriebsrat des Ergo Standortes Hamburg im Rahmen einer außerordentlichen Betriebsversammlung Widerstand gegen die Verkaufspläne angekündigt. Das berichtet das Handelsblatt.

Nicht einfach verramschen

Zitiert wird im Bericht auch Tobias Münster, stellvertretender Vorsitzender der Neue Assekuranz Gewerkschaft (NAG), der vor den anwesenden Ergo-Mitarbeitern sprach. So dürften, laut Münster, jahrzehntelange Finanzbeziehungen mit den Kunden der Ergo nicht „wie ein klappriger Gebrauchtwagen an Hedgefonds oder chinesische Investoren verramscht werden.“

Im vergangenen Jahr hatte Ergo-Vorstandschef Markus Rieß noch angekündigt, den klassischen Lebenbestand selbst abwickeln zu wollen. Für die dafür notwendige, interne Organisationseinheit hatten die Düsseldorfer erst vor wenigen Wochen Frank Wittholt zum verantwortlichen Vorstand gemacht.

Ein interner Run-off braucht natürlich auch Mitarbeiter und würde auf diesem Wege Arbeitsplätze sichern. Allerdings tut sich derzeit einiges auf dem Markt für Leben-Bestandsverkäufe. Die Arag wie auch die Protektor Lebensversicherung haben ihre hochverzinsten Altverträge an externe Abwicklungsplattformen verkauft. Und auch große Anbieter, unter anderem die Generali, haben einen Verkauf ihres klassischen Lebenbestandes nicht kategorisch ausgeschlossen. 

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