Inflation: Wo Sparer besonders viel Geld verlieren

Investmentfonds von Martin Thaler

Viele deutsche Sparer leiden unter negativen Realzinsen - im Schnitt gehen so pro Jahr 1,9 Prozent des jährlichen Einkommens verloren. In manchen Bundesländern fallen die Verluste jedoch deutlich höher aus, wie eine neue Studie zeigt.

Wo in Deutschland sind Sparer besonders vom negativen Realzins betroffen?

Wo in Deutschland sind Sparer besonders vom negativen Realzins betroffen? Foto: Tama66 - Pixabay.de

Geld verlieren mag wohl keiner – schließlich haben die meisten für ihr Vermögen hart gearbeitet. Wer sein zur Verfügung stehendes Geld ausgibt, erwartet hierfür einen Gegenwert – also eine Ware oder aber eine Dienstleistung.  

Und doch verliert jeder Deutsche nach Berechnungen der Comdirect-Bank im Schnitt 1,9 Prozent seines Einkommens pro Jahr. Der Grund: ein negativer Realzins. Oder mit anderen Worten: Die Inflation frisst die meist nur noch spärlichen Zinsen auf und nagt zugleich am Vermögen vieler Sparer.  

Beim Vermögensverlust gibt es innerhalb Deutschlands jedoch enorme regionale Unterschiede, wie die Regionalauswertung des aktuellen comdirect Realzins-Radars ergibt. Demzufolge verlieren insbesondere die Hessen am meisten von ihrem Einkommen: 2,5 Prozent sind dies im Schnitt oder aber 552 Euro.  

Hessen verlieren am meisten

Auch in Baden-Württemberg (542 Euro), Bayern (486), Rheinland-Pfalz (463) und Hamburg (458) fallen die Verluste hoch aus. Weniger gravierend fallen die Verluste indes in Sachsen-Anhalt (211 Euro), Thüringen (262), Bremen (280), Brandenburg (290) und Mecklenburg-Vorpommern ins Gewicht (305).  

Grund für die Unterschiede sind neben der regional abweichenden Inflationsquote auch das jeweilige Sparverhalten in den Bundesländern. Zudem variiert auch die jährliche Sparleistung pro Kopf von Bundesland zu Bundesland. In Hessen, dem Land mit dem höchsten Pro-Kopf-Verlust, liegt diese mit 2.600 Euro pro Kopf besonders hoch.  

Trotz der unterschiedlichen Verluste, sieht comdirect-Vorstandsvorsitzender Arno Walter eine Gemeinsamkeit: „Die große Mehrheit der Sparer in Deutschland erleidet dauerhaft reale Vermögensverluste. Ein langfristiger Vermögensaufbau, zum Beispiel für die Altersvorsorge, ist damit kaum möglich.“ Sparer müssten sich darum beim langfristigen Vermögensaufbau verstärkt Wertpapieren zuwenden – bislang schrecken hiervor aber offenbar immer noch zu viele Sparer zurück.

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