Zusatzbeiträge: Krankenkassen warnen vor Beitragssatz-Jojo

Versicherungen von Martin Thaler

Kommt es in diesem Jahr zu einer Senkung der GKV-Zusatzbeiträge? Experten sprechen sich dafür aus, die Krankenkassen widersprechen. Die Folgen für die Versicherten wären auf jeden Fall überschaubar.

Wie nachhaltig wäre eine Senkung des Zusatzbeitrags?

Wie nachhaltig wäre eine Senkung des Zusatzbeitrags? Foto: BadziolTV - Pixabay.de

14,6 Prozent beträgt der gesetzlich festgelegte Beitragssatz zur Krankenversicherung – jeweils zur Hälfte zu tragen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Doch dieser Betrag reicht nicht, um die steigenden Gesundheitskosten decken zu können. Die Idee der Politik: Zusatzbeiträge, die allerdings alleine von den Arbeitnehmern zu zahlen sind.  

Festgelegt wird der Zusatzbeitrag zwar von der jeweiligen Krankenkasse, doch im Hinblick auf die Gesamtheit aller Krankenkasse war der Zusatzbeitrag in den vergangenen Jahren stets angestiegen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag liegt derzeit bei 1,1 Prozent – ein Beitrag, der allerdings nur für 9,7 Millionen GKV-Versicherte gilt, wie dem Tätigkeitsbericht des Bundesversicherungsamtes zu entnehmen ist. 

Nun scheint aber eine Senkung dieses Beitrags möglich – diese ist zumindest Medienberichten zu entnehmen, die sich auf die Beratungen des zuständigen Schätzerkreises berufen. Hier diskutieren Vertreter aus Gesundheitsministerium und Bundesversicherungsamt über die zukünftige Höhe des Durchschnittbeitrages, der dann zum 1. November vom Bundesgesundheitsminister festgelegt wird.  

Wie beispielsweise der Berliner Tagesspiegel berichtet, halten die Experten eine Senkung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags von derzeit 1,1 auf 1 Prozent für möglich – Grund hierfür sei die gute Finanzsituation der Krankenkassen.  

Uneinheitliche Situation

Die finanzielle Situation der Krankenkasse ist allerdings höchst uneinheitlich – während manche über große finanzielle Rücklagen verfügen, leben andere praktisch von der Hand in den Mund. Entsprechend negativ fiel von Seiten der Kassen das Echo auf die vorgeschlagene Beitragssenkung aus. Vielen Versicherten würden finanzielle Spielräume zur Beitragssenkung vorgegaukelt, die in der Praxis bei den allermeisten Krankenkassen nicht vorhanden seien, kritisiert Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbands, der politischen Interessenvertretung der 78 Betriebskrankenkassen: „Ich halte nichts vom Beitragssatz-Jojo“, so Knieps.  

Ähnlich äußerten sich auch die Innungskrankenkassen. „Wir Innungskrankenkassen halten eine Absenkung des durchschnittlichen Beitragssatzes für den falschen Weg und befürchten, dass es zu einem Jo-Jo-Effekt kommt", erklärt Jürgen Hohnl, Geschäftsführer des IKK e.V.  

Die finanziellen Auswirkungen für den einzelnen Versicherten dürften auf jeden Fall marginal ausfallen, wie der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vorrechnet. Versicherte mit einem monatlichen Einkommen von 3.000 Euro kämen auf eine Ersparnis von gerade einmal drei Euro – und auch nur, wenn die jeweilige Krankenkasse die Beitragssenkung mitmacht.

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