Firmenchefs nehmen Cyber-Risiko nicht ernst genug

Berater von Florian Burghardt

Der Versicherungsmarkt für Cyber-Schutz wächst, ebenso wie die Gefahren. Wie es um das empfundene Risiko und die tatsächliche Cyber-Absicherung von Unternehmen bestellt ist, hat nun die Axa in einer Umfrage ermittelt.

Der Axa-Studie nach blicken beim Thema Cyber-Schutz viele Firmenchefs zu sorglos in die Zukunft.

Der Axa-Studie nach blicken beim Thema Cyber-Schutz viele Firmenchefs zu sorglos in die Zukunft. Bild: Bert1001/Pixabay

Neun von zehn Firmenchefs halten die Absicherung Ihres Unternehmens gegen Cyber-Risiken für wichtig. Allerdings betreibt aktuell nur jeder Vierte ein gezieltes Risikomanagement für den Fall einer Attacke. Das ergab eine Umfrage der Axa unter den Geschäftsführern von 66 mittelständischen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro.

Die Quote lässt aufhorchen, denn in 46 Prozent der befragten Unternehmen hat man bereits negative Erfahrungen mit Cyber-Angriffen gemacht. Eine andere Studie unter IT-Experten hatte bereits ergeben, dass mehrheitlich von einem starken Anstieg von Hacker-Angriffen, Viren und Co auf Unternehmen ausgegangen wird.

Wie die Axa-Studie nun zeigt, muss anscheinend erst ein Schaden eintreten, bevor sich die Unternehmensleitung zum aktiven Handeln entschließt. Immerhin gaben 14 Prozent der Geschäftsführer an, dass in ihren Firmen aktuell etwas in Richtung Cyber-Schutz getan wird. Insgesamt zwei Drittel aller Befragten gaben zudem an, sich bereits intensiv mit Cyber-Angriffen auseinandergesetzt zu haben und sich der möglichen Gefahren bewusst zu sein.

Teure Schäden

Und diese können mitunter schwerwiegend sein und teuer ausfallen. So hatten die beiden großen Schadsoftware-Angriffe des Jahres, „Petya“ und „Wannacry“, weltweit für Schäden im dreistelligen Millionenbereich gesorgt. Auch viele kleine und mittlere Unternehmen waren davon betroffen. Sollten derartige Attacken die Server von Internet-Giganten wie Google oder Amazon treffen, könnten die Schäden sogar schnell Milliardenhöhe erreichen.

Von Seiten der Versicherer kommen nun auch zunehmend Angebote für Cyber-Deckungen auf den Markt, entweder als eigene Police oder als Zusatzbaustein für die private oder gewerbliche Haftpflichtversicherung. Wichtig ist bei diesem komplexen Thema auch eine qualifizierte Beratung. Hilfe für Vermittler bieten dabei zum Beispiel die Cyber-Musterbedingungen des GDV. Vermittler, die eine qualifizierte Beratung in Sachen Cyber-Versicherung bieten wollen, sollten laut Experte Kaspar Bonleitner aber über den GDV-Tellerrand hinausblicken

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