Ergo: Wird der Leben-Bestandsverkauf konkreter?

Versicherungen von Florian Burghardt

Ursprünglich wollte die Ergo ihre hochverzinsten Altverträge in der Lebensversicherung selbst abwickeln. Dann wurden Verkaufspläne geäußert. Einem Medienbericht zufolge könnte es dazu nun deutlich schneller kommen, als bislang angenommen.

Einem Medienbericht zufolge sollen schon in circa zwei Wochen erste Angebote für den Verkauf der Lebenverträge eingeholt werden.

Einem Medienbericht zufolge sollen schon in circa zwei Wochen erste Angebote für den Verkauf der Lebenverträge eingeholt werden. Bild: moerschy/Pixabay

Es handelt sich nur um eine Option. Ob diese allerdings gezogen wird, könnte sich nun deutlich schneller entscheiden als die Ergo bislang öffentlich mitgeteilt hat. Dabei geht es um rund sechs Millionen Lebensversicherungsverträge der früheren Marken Hamburg-Mannheimer und Victoria-Versicherung. Eigentlich sollten die Bestände der bereits vor Jahren in der Ergo-Gruppe aufgegangenen Anbieter intern abgewickelt werden. Nun verdichten sich allerdings die Annahmen, dass die Ergo die teils hochverzinsten Altverträge verkaufen möchte. Und das so schnell wie möglich.

So würden die Düsseldorfer interessierten Käufern bereits jetzt Daten und Informationen zur Verfügung stellen, damit diese sich ein entsprechendes Bild machen können. Mitte November sollen dann schon erste Kaufangebote eingeholt werden. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Insiderinformationen. Die Ergo hält sich dazu noch bedeckt.

Polarisierende Debatte

Bereits Ende September war bekannt geworden, dass der Konzern einen Verkauf der Policen prüft. Daraufhin hatten Teile der Ergo-Belegschaft Widerstand angekündigt und offen ihre Kritik an den Plänen des Managements geäußert.  

Die Debatte um Bestandsverkäufe wird in der Branche seit Wochen hitzig geführt. Viele Lebensversicherer denken darüber nach, bei den großen Anbietern neben der Ergo zum Beispiel auch die Generali. Die Niedrigzinsphase sowie die Kapitalanforderungen durch Solvency II und die Zinszusatzreserve belasten die Lebensversicherer, die noch zahlreiche Verträge mit bis zu vier Prozent Garantiezins in ihren Beständen haben. Während die einen die Vorteile eines Verkaufs an externe Abwicklungsplattformen abwägen, haben sich andere Versicherer klar und deutlich gegen einen Run-off ausgesprochen

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare