Diese Lebensversicherer schließen einen Run-Off aus

Versicherungen LV-Check von Martin Thaler

Während Millionen Lebensversicherungsverträge in Zukunft einen neuen Besitzer finden werden, versuchen andere Versicherer das Kundenvertrauen zu stärken: Sie schließen einen Run-Off aus.

Mehrere Lebensversicherer haben einen Run-Off eigener Bestände öffentlichkeitswirksam ausgeschlossen.

Mehrere Lebensversicherer haben einen Run-Off eigener Bestände öffentlichkeitswirksam ausgeschlossen. Foto: geralt - Pixabay.de

Die Verunsicherung von Lebensversicherungs-Kunden ist nach den Run-Off-Ankündigungen von Ergo und Generali. Selbst die deutsche Finanzaufsicht BaFin fühlte sich aufgrund der medial hochpeitschenden Wogen dazu aufgerufen, auf ihrer Jahreskonferenz der Versicherungsaufsicht die jüngste Run-Off-Welle zu thematisieren. „Wir werden die Belange der Versicherten wahren – nicht nur in finanzieller Hinsicht. Je größer die betreffenden Bestände sind, desto größer sind auch die operationellen Anforderungen an einen Übernehmer“, erklärte BaFin-Exekutivdirektor Frank Grund.  

In Sachen Beruhigung der eigenen Kunden, aber wohl auch um sich öffentlichkeitswirksam als verlässlicher Partner im Lebensversicherungs-Geschäft zu präsentieren, versuchten sich auch mehrere Lebensversicherer in den vergangenen Tagen in der Beruhigung ihrer Kunden, indem sie einen Run-Off ihrer LV-Bestände ausschlossen.  

„Dies ist für uns absolut kein Thema“, erklärte Frank-Henning Florian, Vorstandschef der R+V-Lebensversicherung gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Der Versicherer habe die notwendige Finanzstärke, um einen Verkauf der Bestände nicht ins Auge fassen zu müssen. Kaufen wolle man die sich am Markt befindlichen Bestände jedoch auch nicht, so Florian.  

Lebensversicherungen basieren auf Vertrauen

An die Öffentlichkeit gewandt hatten sich zuvor auch die Nürnberger Versicherung (Bestand: 2,684 Millionen Verträge) sowie die Alte Leipziger (1,391 Millionen Verträge). „Die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. hält das Geschäftsmodell der Lebens- bzw. Rentenversicherung trotz Niedrigzinsphase für zukunftsfähig“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Man stehe zu seinen Verpflichtungen gegenüber den Kunden und werde deswegen die Lebensversicherungsbestände nicht verkaufen.  

„Die Nürnberger Lebensversicherung [...] steht zu ihrer Verantwortung gegenüber Kunden und Maklern“, lässt derweil Dr. Armin Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Nürnberger“, verlauten. Deshalb komme eine Run-Off für den Versicherer nicht in Frage.  

Bereits in der vergangenen Woche hatte sich der deutsche Marktführer, die Allianz Leben (Bestand: 10,546 Millionen Policen), zu Wort gemeldet. Man möchte keine Kunden loswerden, sondern gewinnen, ließ Dr. Markus Faulhaber, Chef der Allianz Leben, die Öffentlichkeit wissen: „Eine Lebens- und Rentenversicherung ist ein langfristiger Vertrag zwischen Versicherer und Kunde und basiert auf Vertrauen. Unsere Kunden müssen wissen, dass sie sich auf uns verlassen können – heute und in Zukunft“, buhlte der Deutschland-Chef um Vertrauen.  

Auch die Hannoveraner Talanx hat dem Run-Off von LV-Beständen eine Absage erteilt.

Die Ratingagentur Fitch geht laut einer jüngst veröffentlichten Einschätzung davon aus, dass das Run-Off-Volumen bis 2022 auf 180 Milliarden Euro weiter steigen wird.

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