Das Betriebsrentenstärkungsgesetz – eine Chance für Vermittler

Altersvorsorge von Juliane Moghimi

Am 1. Januar 2018 tritt das Gesetz zur Stärkung der betrieblichen Altersversorgung in Kraft. Was ändert sich und wer profitiert davon? Das Wichtigste auf einen Blick.

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Vor wenigen Wochen hat es der Bundesrat als letzte Instanz abgesegnet, am Neujahrstag tritt es in Kraft: das Gesetz zur Stärkung der betrieblichen Altersversorgung, kurz: Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG). Für Vermittler bietet sich damit ein guter Anknüpfungspunkt, um mit den Unternehmen zum Thema bAV ins Gespräch zu kommen. Denn insgesamt macht das neue Gesetz die bAV um einiges attraktiver.

Betriebliche Altersversorgung – das ändert sich zum 1. Januar 

Einführung des Tarifpartnermodells: Künftig können die beiden Parteien des Tarifvertrags – also Arbeitgeber und Gewerkschaften – die Vereinbarung über eine bAV in den Tarifvertrag aufnehmen. Dann gilt diese Vereinbarung für alle Unternehmen, die dem jeweiligen Tarifvertrag unterliegen. So soll die Verbreitung betrieblicher Vorsorge gestärkt werden. Die Arbeitgeberhaftung für die Garantieleistungen wurde als Verbreitungshemmnis erkannt und wird abgeschafft. Die Arbeitnehmer erhalten eine reine Beitragszusage. Zwar ist die Rentenhöhe ohne teure Garantieleistungen nicht abzusehen, aber der Arbeitnehmer erhält so die Chance, besser von den Entwicklungen am Kapitalmarkt profitieren zu können. So zumindest die Hoffnung des Gesetzgebers. 

Verpflichtender Arbeitgeber-Zuschuss zur bAV (ab 1.1.2019):

Spart der Arbeitgeber durch Entgeltumwandlung SV-Beiträge, muss er 15 Prozent des umgewandelten Entgelts zusätzlich leisten. Das gilt für die Durchführungswege Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds. Die Regelung gilt für alle Neuverträge ab 01.01.2019. Zuschüsse für Altverträge werden ab dem 01.01.2022 verpflichtend. 

Förderung der bAV für Geringverdienende: Verdient ein Arbeitnehmer nicht mehr als 2200 Euro brutto und zahlt der Arbeitgeber pro Jahr zwischen 240 und 480 Euro in dessen bAV ein, so bekommt der Arbeitgeber dafür eine Förderung in Höhe von 30 Prozent seines Beitrages, also zwischen 72 und 144 Euro. Wichtige Voraussetzung: Die bAV-Verträge dürfen nicht gezillmert sein. D.h., die Vertriebskosten müssen über die gesamte Laufzeit verteilt sein.

Erhöhung des Förderrahmens für Arbeitnehmer: Bisher konnten pro Jahr bis zu 4 Prozent der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der allgemeinen Rentenversicherung West steuer- und sozialversicherungsfrei in die bAV eingezahlt werden, zuzüglich eines Freibetrages von 1800. Dieser entfällt nun, aber dafür wird der Förderrahmen von 4 auf 8 Prozent der BBG erhöht.

Freibetrag bei der Grundsicherung: Bisher wurden Leistungen aus einer zusätzlichen Altersvorsorge auf die Grundsicherung angerechnet. Künftig gilt hier ein monatlicher Freibetrag von ca. 200 Euro. Die Höhe des Freibetrags soll regelmäßig angepasst werden.

Die Riester-Rente im Rahmen der bAV wird SV-beitragsfrei: Künftig müssen für Leistungen aus einer in der bAV abgeschlossenen Riester-Rente keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden – genau wie bei der privaten Riester-Rente. Die Zulagen werden zudem von 154 auf 175 Euro pro Jahr erhöht.

Opting-Out-Modell: Wird die bAV über einen Tarifvertrag geregelt, gilt künftig ein Opting-Out-Modell. Es sieht vor, dass die Beschäftigten zu einem bestimmten Zeitpunkt automatisch angemeldet werden – es sei denn, sie entscheiden sich aktiv dagegen.

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