Will ein chinesischer Konzern die Allianz kaufen?

Versicherungen von Florian Burghardt

Der chinesische HNA-Konzern war zuletzt auf weltweiter Einkaufstour. Unter anderem besitzt er eine große Beteiligung an der Deutschen Bank. Einem Medienbericht zufolge steht auch die Allianz auf dem Einkaufszettel.

Laut Informationen der Süddeutschen Zeitung hat die Allianz das Kaufangebot des chinesischen HNA-Konzerns abgelehnt.

Laut Informationen der Süddeutschen Zeitung hat die Allianz das Kaufangebot des chinesischen HNA-Konzerns abgelehnt. Bild: bbpc/Pixabay

Normalerweise ist die Allianz SE diejenige, die andere Unternehmen aufkauft. Erst Ende August hat der weltweite Konzern 98 Prozent des nigerianischen Versicherers Ensure Insurance Plc. übernommen und im vergangenen Frühjahr hatte CEO Oliver Bäte erklärt, dass man weiterhin am Zukauf eines großen Marktteilnehmers interessiert sei.

Einen Eindruck von verkehrter Welt vermittelt da die heutige Meldung der Süddeutschen Zeitung, wonach der chinesische Konzern HNA einen großen Anteil der Münchener kaufen wollte. Die Chinesen beabsichtigten sogar Mehrheitseigentümer der Allianz zu werden, berichtet das Blatt unter Berufung auf Insider-Informationen. 

Die Allianz wollte die Meldung auf procontra-Nachfrage nicht kommentieren. Nach Informationen der Süddeutschen haben die Münchener auf die Kaufanfrage hin Rücksprache mit dem chinesischen Staatsfonds CIC gehalten, der drei Prozent an der Allianz hält, und daraufhin die Anfrage abgelehnt.

Eine Rolle soll bei der Ablehnung, laut dem Bericht, auch die Besorgnis der Bundesregierung gespielt haben, dass es zu einer Art China AG in Deutschland kommen könnte. Hintergrund ist eine bestehende 9,9-prozentige Beteiligung des riesigen HNA-Konzerns an der Deutschen Bank. Eine neuerliche Querverbindung zwischen den beiden größten Finanzkonzernen des Landes, 15 Jahre nach ihrer Auflösung durch die rot-grüne Bundesregierung, würde von vielen Seiten wohl kritisch betrachtet werden. 

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