Verbraucherschutz: Mehr Kompetenz gefordert - Makler startet Petition

Berater von Michael Fiedler

Verbraucher brauchen Schutz. Vor schlechter Beratung in Finanzangelegenheiten besonders. Doch die, die das dem Namen nach leisten sollen, überraschen regelmäßig mit ganz eigenen Ansichten. Fachmakler Frank Dietrich reicht es nun. Er startete eine Petition, die besseren Verbraucherschutz fordert.

Verbraucherschutz: Mehr Kompetenz gefordert - Makler startet Petition

Verbraucherschützer sollen Sachkunde nachweisen müssen, sich weiterbilden und für ihren Rat auch haften, so eine Forderung aus der Maklerschaft. (Symbolbild) pixabay / terimakasih0

Innerhalb nur weniger Tage sorgten Äußerungen von Verbraucherschützern für einen Sturm der Entrüstung unter Vermittlern von Versicherungen und Finanzanlagen. So meinte Michael Herte, immerhin leitender Referent für Finanzdienstleistungen bei der VZ Schleswig-Holstein, dass Azubis und Studenten auf die Absicherung ihrer Arbeitskraft verzichten könnten.
Kurze Zeit später blamierte sich Dr. Dirk Ulbricht, Direktor des Instituts für Finanzdienstleistungen e.V. (iff), mit einer falschen Rechnung und wurde für seine „abenteuerlichen Tipps“ von Vermittlern scharf kritisiert.

Wer meint, es handle sich dabei um Ausnahmen, sollte einmal – stichprobenartig – mit Vermittlern sprechen. Kaum einer, der nicht von teilweise haarsträubenden Fehlern und Tipps der Verbraucherzentralen zu berichten weiß.
Allerdings: Im Unterschied zu Vermittlern werden die Beratungsgespräche nicht dokumentiert und eine Haftung für Falschberatung ist nicht vorgesehen. Ein Umstand, den es zu ändern gilt, findet Fachmakler Frank Dietrich. Der Makler aus dem Berliner Umland hat eine Petition gestartet, die sich für mehr Kompetenz und Qualität in der Beratungspraxis von Verbraucherzentralen stark macht.

Fachmakler startet Petition

Dietrich fordert darin auch den Nachweis von Sachkunde und eine verpflichtende Weiterbildung für Berater. Zudem solle auch für Falschberatungen gehaftet und eine entsprechende Vermögensschadenhaftpflichtversicherung abgeschlossen werden.
Zusammengefasst fordert die Petiton also, dass die selben Regeln, wie sie für Versicherungsvermittler gelten, auch für Verbraucherschützer gelten sollten. Bei Versicherungsvermittlern – insbesondere Maklern – stieß die Petition in Sozialen Meiden wie Facebook bisher auf positive Reaktionen.

Bereits 2010 konnte procontra zeigen, dass die Beratung der VZ in Einzelfällen sogar von strafrechtlicher Bedeutung sein kann. Die Fehde zwischen Versicherungsvermittlern und Verbraucherschutz entzündet sich auch daran, dass die VZBV vehement für ein Provisionsverbot eintritt und im Vergütungsmodell einen Indikator für Beratungsqualität erkannt haben will

VZBV: Notwendige Qualifikation vorhanden

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) an dessen Vorstand Klaus Müller die Petition gerichtet ist, kann allerdings keinen Qualifikationsbedarf feststellen. So hieß es auf procontra-Anfrage, dass alle Berater, die für Verbraucherzentralen tätig sind, über notwendige Qualifikationen für die Beratung verfügen.
Das könne eine Ausbildung als Bank- oder Versicherungskaufmann oder auch ein akademischer Hintergrund mit einschlägiger Berufs- und Beratungserfahrung sein. Die Beratungsqualität werde zudem durch regelmäßige interne und externe Weiterbildungen sichergestellt, so der VZBV auf procontra-Anfrage.

Die Verbraucherschützer wiesen auch darauf hin, dass die Beratung der Verbraucherzentralen sich grundsätzlich von der Beratung durch Finanzvertriebe unterscheide. „Wesen des Finanzvertriebs ist der Produktabsatz, der konkrete Produktempfehlungen umfasst. In Verbraucherzentralen erhalten Verbraucher Orientierung im Hinblick auf ihren tatsächlichen Bedarf und zu beachtende persönliche Risiken, aber keine konkreten Produktempfehlungen.“

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare