Technische Versicherungen boomen, aber…

Versicherungen von Florian Burghardt

Die deutsche Versicherungsbranche ist Weltmarktführer im Bereich der Technischen Versicherungen. Das erklärt der GDV. Doch neben steigenden Prämieneinnahmen und wachsenden Beständen gibt es auch negative Entwicklungen.

Auch die Absicherung teurer landwirtschaftlicher Arbeitsmaschinen fällt in den Bereich der Technischen Versicherungen.

Auch die Absicherung teurer landwirtschaftlicher Arbeitsmaschinen fällt in den Bereich der Technischen Versicherungen. Bild: andreas160578/Pixabay

Sie bieten zum Beispiel Schutz für große Bauprojekte oder sichern die hochwertige Ausstattung landwirtschaftlicher Betriebe ab: Die Technischen Versicherungen verzeichneten hierzulande im Jahr 2016 ein ordentliches Wachstum, wie der GDV nun mitteilte.

Um zwei Prozent kletterten die Prämien nach oben und betrugen 2,04 Milliarden Euro. Die Zahl der bestehenden Policen erhöhte sich von 4,4 auf rund 4,6 Millionen. Der größte Teil der Beiträge entfällt dabei auf die Maschinen- (35 Prozent) und die Elektronik-Versicherung (22 Prozent).

Erfolg „made in Germany“

In der insgesamt noch relativ kleinen Sparte ist die deutsche Versicherungswirtschaft damit sogar weltweiter Marktführer. Nach Angaben der Internationalen Vereinigung der Technischen Versicherer (IMIA) liegen die weltweiten Prämien für Technische Versicherungen bei umgerechnet 6,9 Milliarden Euro. Auf die deutschen Anbieter entfällt dabei ein mehr als doppelt so großer Anteil wie auf den Zweitplatzierten, die USA.

„Unser Geschäft ist der Umgang mit komplexen Technologien und das Einschätzen von Risiken. Dies ist nur möglich, da ein Großteil der weltweit eingesetzten Technik in Deutschland beziehungsweise von deutschen Firmen gebaut wird – davon profitieren wir“, erklärt Friedrich Scholz, stellvertretender Vorsitzender der Kommission Technische Versicherungen im Gesamtverband.

Der Gewinn schmilzt langsam

Der GDV weist in Kooperation mit der IMIA eine Schadenkostenquote von 86,1 Prozent für den deutschen Markt in 2016 aus. Zu einem anderen Ergebnis kommt mit rund 90 Prozent der internationale Versicherungsmakler Aon. Er rechnet im Bereich der Technischen Versicherungen sogar mit weiter steigenden Kosten für die deutschen Versicherer.

So prophezeit Aon Risk Solutions in seinem Marktreport 2017 einen Anstieg der Schadenkostenquote auf 92 Prozent am Ende des Jahres 2017. Zwar stehen sich in Aons Berechnungen für das laufende Jahr Prämiensteigerungen von rund 60 Millionen und Schadensteigerungen um rund 50 Millionen Euro gegenüber, was eigentlich zu einer Verbesserung der Quote führen müsste. Die Verwaltungskosten der Versicherer, inklusive der jüngst ausgehandelten Tariferhöhungen für den Innendienst, werden aber anscheinend den Rest besorgen.

Weitere Informationen rund um die Technischen Versicherungen finden sich auf der procontra-Themenseite

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