So gelingt Maklern der Einstieg ins Firmengeschäft

Berater Top News von Carla Fritz

Der Bedarf an Versicherungsschutz für Unternehmen ändert sich schneller als je zuvor. Woran das liegt und welche Ansätze Makler für den Einstieg ins Firmengeschäft nutzen sollten.

Unternehmen haben diverse Risiken zu schultern - hier können Makler ansetzen.

Unternehmen haben diverse Risiken zu schultern - hier können Makler ansetzen. Bild: Eleonora Mavromati

Ein jährlicher Check der Firmenpolicen ist allein schon aufgrund neuer Anschaffungen oder geänderter rechtlicher Vorschriften nötig, aber längst nicht gang und gäbe. „Gerade die kleineren Unternehmen sind nicht ausreichend abgesichert und überprüfen ihren Versicherungsschutz nur selten“, bilanziert eine aktuelle Studie der Gothaer. 

Hier sollten Makler beim Einstieg ins Firmengeschäft einhaken. Das betrifft generell den Ausstattungsgrad mit Policen, aber auch deren Aktualisierung und dabei Fragen wie: Gab es zwischenzeitlich größere Investitionen, An- oder Umbauten, Gefahrerhöhungen in der Nachbarschaft? Expandiert das Unternehmen? Besetzt es neue Geschäftsfelder? Wurde mehr Personal eingestellt oder auch neue, teure Maschinen angeschafft?   

Änderungen fristgerecht anzeigen

Ein Hochbaubetrieb etwa, der neuerdings auch Tiefbauarbeiten macht, hat in der Betriebshaftpflicht über die Vorsorgeversicherung zwar Versicherungsschutz. „Aber dieser entfällt unter Umständen, wenn er die Veränderung nicht innerhalb der Frist angezeigt hat“, sagt Rainer Gäng, Leiter Komposit Betrieb bei der Inter Versicherungsgruppe.

In der Inhaltsversicherung könnte es sein, dass die vereinbarte Vorsorgeversicherung von zum Beispiel 10 Prozent der Versicherungssumme bei sehr hohen Neuinvestitionen für den Betrieb möglicherweise nicht mehr ausreicht. Und in der Maschinenversicherung kann etwa durch die Anschaffung von Zubehörteilen eine Deckungslücke entstehen. In einem anderen Fall kann sich darüber hinaus die Frage nach einer Maschinenunterbrechungsversicherung stellen – „wenn die stationäre Maschine zum Beispiel 80 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet“, erklärt Matthias Benz, Leiter Underwriting Sach-Haftpflicht bei der Inter. 

Bei Zulieferbetrieben der Automobilindustrie wäre gegebenenfalls das Thema Kfz-Rückrufkostendeckung anzusprechen – und bei einem Handelsunternehmen, das größere Mengen Waren versendet, eine Transportversicherung. Darauf weist Harald Brommer, Maklerbetreuer Komposit bei der Württembergische Vertriebspartner GmbH, hin.     

Wording nicht in Stein gemeißelt

Gleichzeitig werden gewerbliche Versicherungsprodukte immer umfangreicher und die Zyklen der Veränderung verkürzen sich. Geschuldet insbesondere auch dem starken Wettbewerb am Markt. „Wir haben heute deutlich bessere Bedingungen als vielleicht vor drei Jahren. In den einzelnen Sparten tut sich da unglaublich viel“, konstatiert Brommer. Von daher müssten Makler immer wieder schauen: Sind die Wordings überhaupt noch up to date? Handwerker beispielsweise, die zusätzlich Energieberatung machen, haben heute über neue Haftpflichtverträge häufig bereits automatisch Schutz. 

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