Selbstgenutzte Immobilie – zur Altersvorsorge geeignet?

Sachwerte Top News von Michael Fiedler

Die selbstgenutzte Immobilie ist auf Platz eins, fragt man in Deutschland nach geeigneten Vorsorgemöglichkeiten. Martin Gräfer (Bayerische) sieht das etwas anders und löste damit einigen Widerspruch auf der Hauptstadtmesse aus.

selbstgenutzt Immobilie - zur Altersvorsorge geeignet_Martin Gräfer Bayerische

Martin Gräfer (Vorstand die Bayerische) hält die selbstgenutzte Immobilie nicht für die Altersvorsorge geeignet. Bild: procontra

Wer über Altersvorsorge spricht, muss auch Immobilien einbeziehen. Die Eigentümerquote in Deutschland ist im Vergleich zu anderen Ländern gering. Deutschland ist eine Mieternation: knapp 55 Prozent aller Haushalte in Deutschland leben in einer gemieteten Wohnung. Etwa 60 Prozent aller Mietwohnungen werden von sogenannten Kleinvermietern angeboten, also privaten Haushalten, die sich nicht hauptberuflich mit der Vermietung von Immobilien beschäftigen, aber dennoch Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielen.

Und fragt man die Bevölkerung nach jenen Vorsorgemöglichkeiten, die sie für geeignet halten, wird die selbstgenutzte Immobilie am häufigsten genannt. Dicht gefolgt von der Immobilie zur Vermietung. Vergleicht man die Antworten über mehrere Jahre, zeigt sich, dass der Anteil derjenigen, die auf diese Form der Altersvorsorge vertrauen, wächst (siehe Grafik):


In Zeiten von Niedrig-Zins auch keine schlechte Idee: „Noch nie war Baugeld so günstig“ lauten die Schlagzeilen.

Doch eine selbstgenutzte Immobilie ist nicht für jeden zur Altersvorsorge geeignet, sagte Martin Gräfer auf der Podiumsdiskussion „Zukunft der Altersvorsorge nach der Bundestagswahl“ – und musste einigen Widerspruch aus dem Publikum aushalten. Hartnäckig vertraten einige Vermittler die Ansicht, eine ausfinanzierte selbstgenutzte Immobilie sei die beste Altersvorsorge. Gräfer hielt dagegen, dass zwar die Miete als Ausgabeposten wegfalle, aber dennoch laufende Kosten mit der Immobilie verbunden sind, die ausreichend gegenfinanziert sein müssten. Auch teure Sanierungen – etwa vom Dach – müssten berücksichtigt werden.
Gräfer vertrat die Ansicht, dass Immobilien als Geldanlageform – also z.B. zur Vermietung und/oder über Immobilienfonds, besser geeignet seien – sofern sie innerhalb einer Strategie zur Streuung des Risikos genutzt werden.

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