Sachgeschäft: Die Versicherungen mit der größten Nachfrage

Berater Top News Meistgeklickt von Florian Burghardt, Martin Thaler

Der Vertragsbestand in der Schaden- und Unfallversicherung wächst stark und unaufhörlich. Das zeigen aktuelle Zahlen des GDV. Doch während manche Komposit-Sparten echte Kassenschlager sind, werden andere für die Kunden immer uninteressanter.

Welche Produkte zählten zu den Gewinnern, welche zu den Verlierern?

Welche Produkte zählten zu den Gewinnern, welche zu den Verlierern? Foto: archies7 - Pixabay.de

Die Sachversicherung beziehungsweise das gesamte Komposit-Geschäft gewinnt für Versicherer und Vermittler mehr und mehr an Bedeutung. Das hat kürzlich auch die Ratingagentur Assekurata bestätigt. Der Schaden- und Unfallbereich zehrt aber nicht nur von den Einbußen der Lebens- und Krankenversicherung, sondern bringt in den Bereichen Kundenservice und Vermittlervergütung auch eigene Vorteile mit sich.

Die Entwicklung hin zum Erfolgsmodell Komposit zeichnen auch die Annalen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) nach. Laut dessen nun erschienenem Statistischen Taschenbuch 2017 hat sich die Anzahl der Schaden- und Unfall-Policen seit 1985 um 76 Prozent erhöht. Die deutsche Bevölkerung ist in dieser Zeit nur um 6,4 Prozent gewachsen.

Den rund 175 Millionen Policen von vor über 30 Jahren standen damit in 2016 fast 308 Millionen Versicherungsverträge aus den Komposit-Sparten gegenüber. Jedoch hat sich in dieser Zeit nicht jedes Produkt gleich gut verkauft.

Wichtiger Haftpflichtschutz

Mit Blick auf die letzten zwei Jahrzehnte – die GDV-Statistik reicht hier nur bis 1995 zurück – hat besonders die allgemeine Haftpflichtversicherung einen echten Boom erlebt. Hier standen im vergangenen Jahr 45,9 Millionen Policen zu Buche (1995: 35 Millionen).

Auch die Rechtsschutzversicherung wird sowohl bei Privat- als auch bei Gewerbekunden immer beliebter. Hier stieg die Zahl der Verträge von 18,7 auf 21,9 Millionen. Ein konstant moderates Wachstum können außerdem die Wohngebäude- und die Hausratversicherung verzeichnen.

Unfall und Teilkasko bauen ab

Immer weniger Interesse haben die Menschen an der privaten Unfallversicherung. Hier ging in den letzten 21 Jahren der Vertragsbestand von 28,2 auf 25,6 Millionen zurück. Trotz dieser Entwicklung sind die Beitragseinnahmen der Versicherer in der Unfall-Sparte relativ stabil geblieben. Zudem bleibt diese aufgrund einer Schadenkostenquote von dauerhaft unter 80 Prozent weiterhin sehr interessant für die Anbieter, die nun nach und nach auch mit neuartigen Unfall-Tarifen auf den Markt kommen.

Policen-Schwund gab es außerdem auch in der Teilkasko-Versicherung. Dort verzeichnete der GDV zuletzt 1,1 Millionen Verträge weniger als noch 1995 (20,2 Millionen). Insgesamt wächst der Massenmarkt Kfz aber weiter auf insgesamt 114,1 Millionen Versicherungsverträge in 2016 (Kfz-Haftpflicht, Voll- und Teilkasko jeweils einzeln gezählt). Es wird sich jedoch zeigen, ob das System der Kfz-Versicherung wie gewohnt fortbestehen kann und ob in Zeiten selbstfahrender Autos immer noch alle bekannten Anbieter mitspielen werden

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