Prozessbeginn: Vermittler prellen Versicherer um 3,5 Millionen Euro

Panorama von Florian Burghardt

Mit einer unsauberen Masche sollen vier Vermittler fast 30 Gesellschaften um Millionen betrogen haben. Nun müssen sie sich vor dem Schweinfurter Landgericht verantworten.

Etwa 3,5 Millionen Euro an Provisionen sollen die Vermittler mit ihrer Masche verdient haben.

Etwa 3,5 Millionen Euro an Provisionen sollen die Vermittler mit ihrer Masche verdient haben. Bild: Alexas_Fotos/Pixabay

Es sind Geschichten wie die folgende, die dazu beitragen, dass das Vermitteln von Versicherungen in der Gesellschaft kein besonders hohes Ansehen genießt.

Vor dem Schweinfurter Landgericht müssen sich ab heute vier Versicherungsvermittler wegen Betruges verantworten. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, sollen die Männer im Alter von 42, 58, 58 und 68 Jahren aus dem Raum Schweinfurt insgesamt 29 Versicherungsgesellschaften um rund 3,5 Millionen Euro an Provisionen geprellt haben.

Zwischen Mai 2006 und Juli 2009 sollen sie mit hunderten Kunden vereinbart haben, dass diese Lebensversicherungsverträge bei ihnen abschließen, die Beitragszahlung allerdings von den Vermittlern übernommen wird. Nach einiger Zeit hätten die Kunden die Verträge dann einfach kündigen sollen. Nach diesem Modell sollen rund 1.500 Verträge abgeschlossen und die millionenschwere Provision ergaunert worden sein.

Der Prozess hätte bereits vor zwei Wochen starten sollen. Er wurde dann aber verschoben, weil einer der Verteidiger bemängelt hatte, dass das Gericht damals nur aus zwei anstatt aus drei Berufsrichtern bestanden hatte. Aufgrund der Komplexität des Verfahrens wurde dem stattgegeben. Das Urteil soll noch vor Jahresende fallen. 

Update

Am heutigen, ersten Verhandlungstag haben die Angeklagten auf Anraten ihrer Anwälte lediglich Angaben zur eigenen Person gemacht. Bei allen vier Männern handle es sich um Quereinsteiger in die Branche. Das berichtet die dpa. Der Prozess soll am 09. Oktober weitergehen. 

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