PKV: So stark will Axa die Beiträge für Neukunden erhöhen

Berater Top News von Florian Burghardt

Die Axa kündigt gegenüber ihren Vertriebspartnern teils deutliche Beitragsanpassungen im Neugeschäft an. Welche Tarife davon besonders betroffen sind und wie der Versicherer diese Anpassungen begründet.

Die Axa erhöht die PKV-Beiträge im Neugeschäft.

Die Axa erhöht die PKV-Beiträge im Neugeschäft. Foto: Axa

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach spricht von einer Verdopplung der PKV-Beiträge in den nächsten 10 Jahren und auch das Analysehaus Assekurata prophezeit weitere Beitragserhöhungen in der privaten Krankenversicherung. Kein Wunder also, wenn in nächster Zeit einige Versicherungsunternehmen über ihre Beitragsanpassungen (BAP) für 2018 informieren.

So geschehen auch bei der Axa Krankenversicherung, die Ende August zunächst ihre Vertriebspartner über die geplanten BAP für die Neugeschäftstarife 2018 ins Bild setzte. Für Neukunden bedeutet das, dass sie ab nächstem Jahr für manche Tarife teilweise über 30 Prozent mehr bezahlen als bei einem Vertragsabschluss in 2017. Das berichtet der von Versicherungsmaklern geführte Blog KVoptimal und bezieht sich dabei auf das Infoschreiben und Zahlenmaterial des Versicherers.

Im Schnitt wird es fast 12 Prozent teurer

Der Hersteller für Versicherungs-Beratungssoftware Gewa-Comp geht sehr detailliert auf die geplanten Axa-BAP 2018 ein. Demnach wartet die höchste Preissteigerung auf 26-jährige Neukunden im Tarif „Vital300-U“ mit 38 Prozent. Beim „Vital300-U“ handelt es sich um den Tarifbaustein für die ambulanten Leistungen, die statistisch gesehen den größten Anteil am PKV-Beitrag ausmachen. Somit wiegt eine dortige Erhöhung besonders schwer.

Generell wird der „Vital300-U“ deutlich teurer. So erhöht sich der Beitrag beispielsweise auch für 32-jährige Neukunden um über 30 Prozent, für 38-Jährige um 27 Prozent, für 44-Jährige um 21 Prozent und für 55-Jährige um 12 Prozent. Die Erhöhungen beim ebenfalls ambulanten Tarifbaustein „VZ600-U“ liegen laut Gewa-Comp für die Altersspanne zwischen 26 und 55 Jahren zwischen 28 und 19 Prozent, beim ambulanten Tarifbaustein „ELBonus-U“ zwischen 21 und 11 Prozent. Hier wird es auch für versicherte Kinder merklich teurer, durchschnittlich um 19 Prozent.

Bei anderen Tarifen gab es nur geringe Erhöhungen unter fünf Prozent sowie stellenweise auch gar keine Veränderungen. Im stationären Tarifbaustein „KGSU-U“ sind je nach Alter sogar Beitragssenkungen zwischen 19 und 24 Prozent vorgesehen. Insgesamt Hat Gewa-Comp aber eine durchschnittliche Beitragserhöhung von 11,81 Prozent ausgerechnet.

Bestandskunden erhalten BAP-Post im November

Bei KVoptimal geht man davon aus, dass die geplanten Beitragssteigerungen für Neukunden auch Erhöhungen für Bestandskunden dieser Tarife nach sich ziehen werden. Dabei hat die Axa alle ihre Krankenvollversicherungstarife erst 2017 durchschnittlich um 7 Prozent erhöht, wie das Unternehmen gegenüber procontra mitteilte. In einer Übersicht der größten deutschen PKV-Anbieter weist die Axa auf Dreijahressicht aktuell sogar die höchste jährliche Durchschnittsanpassung aus.

Auf einer Internetseite für ihre Vertriebspartner, die procontra einsehen konnte, informiert die Axa über den zeitlichen Ablauf der geplanten BAP. Neben den Terminen für das Neugeschäft heißt es dort auch, dass ab dem 07. November die Anpassungsschreiben für Bestandsverträge an die Kunden verschickt werden sollen.

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