Pflege: Mehr Leistungsbezieher nach PSG II

Berater von Michael Fiedler

Aus Pflegestufen wurden Pflegegrade: Wie sich das neue Begutachtungsverfahren im Pflegebereich auswirkt. procontra fragte beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) nach.

Pflege Demenz Versicherung Pflegegrad

Nach dem neuen Begutachtungsverfahren ist die Zahl der Leistungsempfänger im Pflegebereich gestiegen. pixabay / geralt

Seit Januar 2017 wird ein neues Verfahren zur Begutachtung von Versicherten im Pflegebereich angewandt. Das Begutachtungsverfahren führt nun zur Empfehlung von einem der fünf neuen Pflegegrade. procontra fragte beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) nach. Demnach empfahlen die Gutachter von Januar bis Juli 2017 bei 432.000 Versicherten, die erstmals begutachtet wurden, einen der fünf Pflegegrade nach dem neuen Begutachtungsverfahren.
„Zusätzlich wurden vor allem in den ersten Monaten des Jahres auch noch Begutachtungen nach dem alten Verfahren durchgeführt und bei der Feststellung von Pflegebedürftigkeit in die neuen Pflegegrade übergeleitet“, hieß es vom MDK auf procontra-Anfrage.

Damit bezogen in den ersten 7 Monaten des Jahres 175.000 Personen mehr erstmals Leistungen als im Vorjahreszeitraum. Eine Auswertung der Empfehlungen in die Pflegegrade konnte der MDK vorerst nicht zur Verfügung stellen.

Punkt 1: Pflegebedürftigkeit neu definiert
Das Pflegestärkungsgesetz II hat den Begriff der Pflegebedürftigkeit neu definiert. Früher bezog sich der Pflegebedürftigkeit vor allem auf körperliche Einschränkungen und wurde deshalb pflegebedürftigen Menschen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen nur zum Teil gerecht. Das betraf auch viele Menschen mit Demenzerkrankungen. Diese sind häufig körperlich kaum eingeschränkt und können dennoch ihren Alltag nicht selbstständig bewältigen. Fotoquelle: istock.com/rue_wi
 
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