Neues Rating soll Vergleiche "revolutionieren"

Berater von Martin Thaler

Mit markigen Worten kündigt das InsurTech-Unternehmen wefox ein neuartiges Rating für Versicherungsprodukte an. Doch was bietet es Maklern und wo harpert es noch?

Wefox will mit einem neuen Rating bei Maklern punkten.

Wefox will mit einem neuen Rating bei Maklern punkten. Foto: wefox

Ratings zum Thema Versicherungen gibt es wahrlich wie Sand am Meer – welcher Versicherer bietet die besten Zahnzusatztarife, wer hat die stärkste BU-Absicherung für Studenten im Angebot, wer überzeugt in puncto Servicequalität? Es gibt mittlerweile kaum noch eine Frage, die nicht gestellt und beantwortet wurde.  

Trotzdem bringt das InsurTech Wefox (einst als Financefox bekannt) in Zusammenarbeit mit der Strategieberatungsfirma EY Innovalue und der Universität St. Gallen nun ein weiteres Rating auf den Markt, das sogenannte „wefox Insurance Score Rating“, das sich an Makler richten soll. Als „neuartig“ bezeichnet das Berliner Unternehmen, das vor einiger Zeit auch die Gründung eines eigenen Versicherers bekannt gegeben hatte, sein Rating, als Revolution der Versicherungsvergleiche.  

Diese „Revolution“ sieht wie folgt aus: Anstatt nur Servicequalität bzw. Preis-Leistungsqualität der Versicherer bzw. einzelner Produkte abzufragen, kombiniert Wefox diese Kriterien. „Die Produktzufriedenheit ist nur ein Touchpoint der Customer Journey“, erläutert Willi Ruopp, Chief Marketing Officer von wefox, das Prinzip. „Kontaktmöglichkeiten, schneller und zuverlässiger Service und Markenbekanntheit sind weitere Berührungsprodukte zwischen Kunde und Versicherungsgesellschaft.“

So würde dem Kunden ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis seiner Versicherung wenig bringen, wenn die Schadensregulierung überdurchschnittlich lange dauere und den Kunden nicht zufriedenstelle.  

Das wefox-Rating versucht nun, diesen Aspekt in seinem Rating zu berücksichtigen, in dem fünf Kriterien für die Kundenzufriedenheit berücksichtigt werden: Geschwindigkeit (wie schnell bekommt der Kunde bspw. die Police), Komfort (wie viele Kontaktmöglichkeiten hat der Kunde), Service-Qualität, Fairness (wie viele Beschwerdefälle sind bei der BaFin über den Versicherer eingegangen) sowie die Transparenz und Reputation des jeweiligen Versicherers. Diese Daten erhebt wefox allerdings nicht selbst – stattdessen stütze man sich auf bereits vorhandene Daten.

Im Hinblick auf die Service-Qualität greife man beispielsweise auf die Studie „Fairness von Versicherern“ des Analysehauses Service Value zurück, heißt es.  

Service Value hat in seiner diesjährigen Untersuchung allerdings lediglich 34 Versicherer unter die Lupe genommen, darunter zahlreiche Direktversicherer oder Anbieter, die kein Maklergeschäft betreiben. Auf procontra-Nachfrage erklärt wefox, dass für eine Bewertung der Kundenzufriedenheit lediglich Daten für drei der fünf genannten Kategorien vorliegen müssen.

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Seite 2: Warum ein Rating nicht alles ist

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